Schindler: Volatile Märkte führen zu Licht und Schatten bei landwirtschaftliche / Schindler: landwirtschaftlichen Betriebsergebnissen
(Mainz) - Die am 8. Januar 2009 mit dem Situationsbericht 2009 des Deutschen Bauernverbandes veröffentlichten Betriebsergebnisse landwirtschaftlicher Betriebe können in vielen Punkten auch für Rheinland-Pfalz bestätigt werden, kommentierte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V., Norbert Schindler, MdB, die Ergebnisse. Das vorgestellte Wirtschaftsjahr 2007/2008 sei in jeder Hinsicht ein absolutes Ausnahmejahr. Die Preissteigerungen bei Getreide, Ölsaaten und Milch hätten sich leider nur als ein kurzes Intermezzo entpuppt, so der BWV-Präsident. Für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2008/2009 sei daher mit einem drastischen Einkommensrückgang zu rechnen.
Bezogen auf die verschiedenen Produktionszweige zeige sich Licht und Schatten in den Betriebsergebnissen des abgelaufenen Wirtschaftsjahres. Viele Ackerbau- und Milchviehbetriebe hätten von der Hochpreisphase im zweiten Halbjahr des Jahres 2007 profitieren können, im laufenden Wirtschaftsjahr jedoch unter dem starken Rückgang der Erzeugerpreise zu leiden. Für die Schweinehalter, besonders für die Ferkelerzeuger, habe sich das Wirtschaftsjahr 2007/2008 zu einer Misere entwickelt.
Die rheinland-pfälzischen Ackerbaubetriebe hätten nach mehreren schwierigen Jahren mit durchschnittlich 59.000 Euro ein besseres Ergebnis als im Vorjahr (46.500 Euro) einfahren können. Dies sei vor allem auf die Preishausse bei Getreide und Ölsaaten in der 2. Jahreshälfte 2007 und der 1. Jahreshälfte 2008 zurückzuführen. Aktuell seien die Getreidepreise jedoch wieder deutlich gesunken und hätten sich nahezu halbiert, teilte der BWV-Präsident mit. Gleichzeitig seien die Kosten für Düngemittel und Agrardiesel stark angestiegen, so dass für das laufende Jahr wieder mit einem deutlichen Rückgang der Betriebsergebnisse, nicht nur im Ackerbau, gerechnet werden müsse.
Bei den Milchviehhaltern im Land sehe es ähnlich aus. Diese hätten Ihr Betriebsergebnis im Wirtschaftsjahr 2007/2008 zwar auf rund 56.000 Euro steigern können, dennoch sei das Preishoch im Milchviehbereich leider nur von kurzer Dauer gewesen. Bereits seit Monaten seien die Milchpreise stark gesunken, so dass die im Wirtschaftsjahr 2007/2008 vorgestellten Betriebsergebnisse im laufenden Jahr vorrausichtlich bei Weitem nicht erreicht werden könnten. Sofern der Milchpreis in naher Zukunft nicht wieder auf ein auskömmliches Niveau steige, seien Liquiditätsprobleme und ein starker Strukturwandel bei den Milchviehhaltern zu erwarten.
Dramatisch sei die Situation nach wie vor für die Schweinehalter. Vor allem in der Ferkelerzeugung könnten die Kosten seit Jahren nicht mehr durch die Erlöse gedeckt werden. Sinkende Erlöse bei gleichzeitig steigenden Futterkosten könne langfristig kein Betrieb verkraften, so der BWV-Präsident. Die Folge sei, dass immer mehr Schweinehalter im Land die Produktion aufgegeben hätten. Innerhalb eines Jahres sei der Schweinebestand in Rheinland-Pfalz um 13 Prozent gesunken und habe damit den niedrigsten Bestand seit Bestehen des Landes Rheinland-Pfalz erreicht. Mit jedem Schweinehalter, der die Produktion aufgebe, gingen für den gesamten Sektor im Land wichtige Marktanteile verloren. In Rheinland-Pfalz liege der Selbstversorgungsgrad von Schweinefleisch zudem bereits seit Jahren deutlich unter 15 Prozent, so der BWVPräsident. Auch in den Futterbaubetrieben sei die Situation nach wie vor unbefriedigend. Diese hätten den Einbruch des Betriebsergebnisses vom vergangenen Jahr zwar im aktuellen Wirtschaftsjahr wieder etwas steigern können, gleichzeitig jedoch auch unter hohen Futterkosten gelitten. Die Betriebsergebnisse seien in diesem Bereich mit 27.394 Euro nach wie vor mehr als unbefriedigend, zumal die Betriebsleiterfamilien von diesem Betrag nicht nur die Lebenshaltung und die Sozialversicherung, sondern auch dringend notwendige Ersatz- und Zukunftsinvestitionen finanzieren müssten.
Im Weinbau könne man mit den Ergebnissen zufrieden sein, so der BWV-Präsident. Die heimischen Winzer konnten ihr Betriebsergebnis steigern. Gleichzeitig seien zwar auch hier die Betriebsmittelkosten angestiegen, dennoch habe sich in diesem Bereich die jahrzehntelange Qualitätsstrategie rheinlandpfälzischer Winzer ausgezahlt. Das "Weinland" Rheinland-Pfalz könne stolz darauf sein, hervorragende Weine in erfolgreichen Betrieben präsentieren zu dürfen, so Schindler.
Gleichzeitig mit der Vorstellung der Betriebsergebnisse forderte BWV-Präsident Schindler die Einbeziehung der Landwirtschaft in das derzeit diskutierte Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Das Ausnahmejahr 2007/2008 habe gezeigt, dass es künftig möglich sein müsse, Ergebnisschwankungen mit Hilfe einer Risikoausgleichsrücklage zu entzerren. Darüber hinaus sei es endlich an der Zeit, den Steuersatz für Agrardiesel wieder zu senken. Die Kostensituation müsse sich angesichts der Einbrüche vieler Erzeugerpreise in den vergangenen Monaten unbedingt entspannen. Gerade in der aktuellen Finanzkrise sei es erforderlich, dass sich die Betriebe zukunftsorientiert aufstellen könnten, so BWV-Präsident Norbert Schindler abschließend.
Quelle und Kontaktadresse:
Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V.
Pressestelle
Weberstr. 9, 55130 Mainz
Telefon: (06131) 62050, Telefax: (06131) 620550
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