Pressemitteilung | Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV-RLP)
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Schindler: Wintergerstenernte verzögert sich, Landwirte warten dringend auf besseres Wetter

(Mainz) - Im südlichen Rheinland-Pfalz hat Ende Juni die Getreideernte begonnen. In den ersten Tagen wurde vor allem Wintergerste geerntet. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e. V., Norbert Schindler, MdB, wies im Rahmen der diesjährigen Erntepressekonferenz darauf hin, dass die Landwirte nun vor allem auf besseres Erntewetter hoffen, um das Getreide einfahren zu können. Das Erntegespräch fand am 9. Juli 2009 auf dem Hof von Adolf Dahlem in Gundersheim statt.

Die Ergebnisse der bisher gedroschenen Wintergerste seien überwiegend zufriedenstellend und durchschnittlich, so Schindler. Allerdings gebe es in einigen Regionen, wie z. B. in der Südpfalz, Ausfälle durch Starkregen und Hagel. Vor allem die Ölfrucht Raps sei hier von dem Starkregen der vergangenen Woche betroffen. Bedingt durch diese Wetterkapriolen sei die Rapsernte in der Region rund um Bad Bergzabern um bis zu 30 Prozent zerstört worden. In Rheinhessen hätten sich viele Flächen von der Trockenperiode im Mai nicht mehr erholen können, so dass es in dieser Region zum Teil bei Gerste ebenfalls Ertragseinbußen von rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gebe. Außerdem seien Einzelflächen rund um Ingelheim von Hagelschauern heimgesucht worden. Auch hier kam es zu Ertragsausfällen. Die Qualität der bisher geernteten Wintergerste sei durchweg hervorragend, erläuterten BWV-Präsident Schindler und die am Erntegespräch teilnehmenden Landwirte.

Für die noch ausstehende Weizenernte werden in weiten Teilen des BWV-Verbandsgebietes zufriedenstellende Ergebnisse erwartet, sofern sich die Wetterlage in den nächsten Tagen bessert. Bedingt durch die Trockenperiode im Mai müsse jedoch auch beim Weizen punktuell mit leichten Ertragseinbußen gerechnet werden, erläuterte Schindler.

Mehr als problematisch seien die Erzeugerpreise für Getreide, so Schindler. Nach einem Preishoch in den vergangenen beiden Jahren seien die Preise wieder deutlich gefallen. Dies sei besonders deshalb problematisch, da sich die Kosten für Produktionsmittel, wie z. B. Treibstoffe und Düngemittel im vergangenen Jahr auf ein noch nie dagewesenes Maß gesteigert hätten. Gerade als die Landwirte diese einsetzen mussten, lag das Preisniveau bei nahezu einhundert Prozent über dem Vorjahr. Bei den diesjährigen Getreidepreisen bedeute dies für viele Ackerbaubetriebe ein Zuschussgeschäft, so Schindler.

Die Gemüse- und Kartoffelernte laufe bisher qualitativ und quantitativ zufriedenstellend, so der BWV-Präsident. Allerdings seien die Preise vor allem bei Salaten auf einem ruinösen Niveau angekommen. Der Preisdruck durch den Lebensmitteleinzelhandel mache auch vor heimischem Gemüse und Salaten nicht halt. Sofern sich vor allem die Salatpreise nicht umgehend von dem Preistief erholen, müssten viele Betriebe um ihre Existenz bangen, erläuterte Präsident Schindler.

Aus dem Obstbau seien gute Qualitäten und zufriedenstellende Erträge zu vermelden. Einige Regionen, wie Ingelheim und Teile des Landkreises Bad Dürkheim, seien jedoch von Hagelschäden und entsprechenden Ertragsausfällen betroffen. Dort gab es geringere Erträge, da die Landwirte einen höheren Sortieraufwand hatten. Insgesamt seien die Obstproduzenten bisher mit der diesjährigen Saison zufrieden. Allerdings seien die Preise vor allem bei Sauerkirschen mehr als unbefriedigend, so der BWV-Präsident. Derzeit werden nach der bereits in vielen Betrieben abgeschlossenen Süßkirschenernte vor allem Sauerkirschen, Zwetschen, Aprikosen und einige frühe Apfelsorten geerntet.

Der bisherige Verlauf der Vegetation lasse für den Zuckerrübenanbau und den Tabakanbau gute Erträge und Qualitäten erwarten, so Schindler.

Auch für den diesjährigen Weinjahrgang zeigt sich der BWV-Präsident zuversichtlich. Bisher sei die Vegetation in diesem Bereich zufriedenstellend verlaufen. Sofern das Wetter in den kommenden Monaten mitspiele, könnten die heimischen Winzer einen ausgezeichneten Jahrgang 2009 erwarten.

Derzeit hoffen vor allem die Getreideproduzenten auf besseres Erntewetter, erläuterte Schindler. Die bereits Anfang Juli angelaufene Getreideernte sei wegen der andauernden Regenfälle in den vergangenen Tagen ins Stocken geraten. Sofern nicht bald Wetterbesserung eintrete, müsse mit weiteren Ertragsausfällen gerechnet werden. "Die Nerven liegen bei vielen Getreideproduzenten bei dieser Witterungssituation blank", so Schindler. Die gesamte rheinland-pfälzische Landwirtschaft hoffe daher für die nächsten Tage auf wärmeres und vor allem trockenes Wetter, so der BWV-Präsident abschließend.

Quelle und Kontaktadresse:
Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. Pressestelle Weberstr. 9, 55130 Mainz Telefon: (06131) 62050, Telefax: (06131) 620550

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