Sommerflair am See: Austausch, Netzwerken und wirtschaftspolitische Impulse
(Wetzlar) - Bei sommerlichen Temperaturen und in entspannter Atmosphäre fand die gemeinsame Veranstaltung „Sommerflair & Netzwerken“ von HESSENMETALL Mittelhessen und dem Unternehmerverband Mittelhessen (UVM) erneut am Dutenhofener See statt. Rund 120 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft nutzten das bewährte Format für persönlichen Austausch und angeregte Gespräche. Gleichzeitig setzte die Veranstaltung gezielte Impulse zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen. Bereits beim Eintreffen waren die Gäste eingeladen, sich für eines von vier Themen zu entscheiden, das sie derzeit besonders beschäftigt – Energie, zunehmende Regulierung, steigende Lohnnebenkosten oder weltpolitische Entwicklungen. Das daraus entstandene Stimmungsbild bildete den Ausgangspunkt für die Gespräche des Abends.
Nach der Begrüßung nahmen der Vorstandsvorsitzende von HESSENMETALL Mittelhessen, Oliver Rüspeler, und der Vorsitzende des Unternehmerverbandes Mittelhessen, Klaus-Achim Wendel, diese Ergebnisse im Gespräch mit dem Geschäftsführer Sascha Drechsel auf. Klaus-Achim Wendel stellte dabei insbesondere die energie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen sowie die nach wie vor überbordende Regulierungswut in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Energie sei für viele Industrieunternehmen ein entscheidender Kostenfaktor und damit eine zentrale Standortfrage, machte er deutlich. Gleichzeitig sei es grundlegend, die Transformation zur Klimaneutralität so zu gestalten, dass sie wirtschaftlich tragfähig bleibt. „Klimaschutz kann nur gelingen, wenn er mit einer starken Industrie einhergeht und nicht zu deren Verlagerung führt.“ Mit Blick auf die wachsende Zahl und Komplexität von Vorgaben betonte Wendel, dass Investitionen häufig durch langwierige Genehmigungsverfahren ausgebremst würden – nicht zuletzt auch deshalb, weil sich während laufender Prozesse die Anforderungen bereits wieder veränderten. Unternehmen bräuchten daher verlässliche, praxisnahe Rahmenbedingungen und stabilere Verfahren.
Oliver Rüspeler griff die Themen Lohnnebenkosten sowie internationale Handelskonflikte auf. Deutschland gehöre bei den Arbeitskosten im internationalen Vergleich zur Spitzengruppe, wobei insbesondere die steigenden Sozialabgaben Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen belasteten. „Wenn Arbeit immer teurer wird, gerät der Standort unter Druck – mit direkten Folgen für Investitionen und Beschäftigung“, erklärte Rüspeler. Besonders für die exportorientierte Industrie wirkten sich diese Belastungen unmittelbar auf Wettbewerbsfähigkeit und Standortentscheidungen aus. Zugleich seien geopolitische Spannungen und zunehmender Protektionismus eine wachsende Herausforderung. Offene Märkte, verlässliche Handelsbeziehungen und ein geschlossenes europäisches Auftreten seien entscheidend, um wirtschaftliche Stabilität und Zukunftsfähigkeit zu sichern, so Rüspeler abschließend.
Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit, die angesprochenen Themen in persönlichen Gesprächen zu vertiefen und sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen.
Quelle und Kontaktadresse:
(HESSENMETALL) Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen - Bezirksgruppe Mittelhessen e.V., Janina Hill, Pressesprecher(in), Elsa-Brandström-Str. 5, 35578 Wetzlar, Telefon: 06441 7008-0
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