Spritpreise: Tankstellenpersonal angeblich unter Druck Branchenvertreter und ACE zeigen sich über Entwicklung beunruhigt / "Markt der Multis"
(Stuttgart) - Unter dem Eindruck wachsender Kritik an unaufhörlich steigenden Kraftstoffpreisen sorgt sich das Tankstellengewerbe offenbar um das Wohl seines Personals.
"Jetzt werden gerne Schuldige gesucht und die verbal Angegriffenen sind unsere Leute. Sie müssen die ganze Wut der Autofahrer aushalten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Freier Tankstellen (bft), Axel Graf Bülow am Mittwoch (19. März 2008) in Stuttgart. Er hoffe sehr, der Zorn lasse sich im Zaum halten. In einem Gespräch mit dem ACE Auto Club Europa wies Graf Bülow zugleich den Vorwurf der Preistreiberei zurück. "Autofahren ist teuer und nicht mehr spaßig. Es ist aber auch gar nicht mehr spaßig, Benzin zu verkaufen". Verantwortlich für diese Entwicklung seien in erster Linie die von Spekulationen angeheizten hohen Rohölpreise und die hohen Steuern auf Mineralölprodukte. "Der Fiskus gewinnt immer", sagte Graf Bülow.
Nach seinen Worten wirken die Freien Tankstellen in Deutschland trotz einer "schlechten Verdienstspanne" nach wie vor als "Preiskorrektiv im Markt der Multis. Auf diesem Gebiet tun wir alles, was uns betriebswirtschaftlich noch möglich ist", betonte Graf Bülow. Die Existenz der Freien Tankstellen liege im besonderen Interesse der Verbraucher und sie sei wichtig für den Wettbewerb.
Der ACE seinerseits rief Verbraucher dazu auf, sich beim Tanken kritisch und noch mehr preisbewusst zu verhalten. Politik sowie Aufsichtsbehörden wie das Bundeskartellamt müssten im Interesse der Konsumenten ein waches Auge auf die Entwicklung richten und gegen etwaige verbotene Preisabsprachen einschreiten.
Galoppierender Preisanstieg bei Kraftstoffen
Der ACE zeigte sich zudem besorgt, dass die bereits auf hohem Niveau befindlichen Preise für Diesel und Benzin "in galoppierendem Tempo weiter steigen" könnten. Alleine im Januar und Februar hätten sich die Preise an den Zapfsäulen im Schnitt um rund 12,5 Prozent gegenüber den entsprechenden Vorjahresmonaten verteuert. Damit sei der Preisanstieg bei Kraftstoffen mehr als vier Mal so hoch ausgefallen wie der durchschnittliche Anstieg aller Verbraucherpreise (+ 2,8 Prozent). Der Steueranteil am Benzinpreis betrug laut ACE im vergangenen Februar rund 87,7 Cent pro Liter oder 63 Prozent. Aus der Mineralöl- und Mehrwertsteuer erwüchsen dem Staat durch Tankkonsum Einnahmen in Höhe von 35, 2 Milliarden Euro (2007). Angesichts dieser Entwicklung müsse die Politik umso mehr dafür sorgen, dass Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen erschwinglich bleibe, forderte der ACE.
Quelle und Kontaktadresse:
ACE Auto Club Europa e.V.
Pressestelle
Schmidener Str. 227, 70374 Stuttgart
Telefon: (0711) 53030, Telefax: (0711) 5303168
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