Spritverbrauch von Neuwagen sinkt viel zu langsam" / Deutsche Autoindustrie scheitert klar bei Selbstverpflichtung zur Reduzierung von Treibhausgasen
(Berlin) - Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) sieht die deutsche Autoindustrie bei der Selbstverpflichtung zur Verbrauchsreduzierung klar scheitern. Gemeinsam mit den übrigen europäischen Herstellern hat sich der VDA verpflichtet, den durchschnittlichen Ausstoß des Treibhausgases CO2 bei Neufahrzeugen bis zum Jahr 2008 auf 140 Gramm pro Kilometer zu senken, was einem Verbrauch von 5,3 Liter Diesel oder 5,9 Liter Benzin entspricht. Doch im Jahr 2004 emittierten alle in Deutschland neu zugelassenen Pkw im Durchschnitt 175 Gramm CO2 pro Kilometer. Der Rückgang der CO2-Emissionen betrug im gleichen Jahr gerade einmal 1,1 Gramm pro Kilometer.
Der Spritverbrauch von Neuwagen sinkt viel zu langsam. Inzwischen ist es für die europäischen Autohersteller praktisch unmöglich geworden, ihre ohnehin nicht allzu ambitionierte Selbstverpflichtung zur Verbrauchsreduzierung noch einzuhalten", stellt der stellvertretende VCD-Vorsitzender Hermann-Josef Vogt fest. Das ist umso gravierender, als sich die Klimaveränderungen mit extremen Wetterlagen immer heftiger bemerkbar machen und die Spritpreise an der Tankstelle immer höher klettern."
Insbesondere die deutschen Hersteller stehen aus Sicht des VCD bei der Verbrauchsbilanz schlecht da. Während die nach Deutschland importierten Pkw nach Aussage des Verbandes der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) im vergangenen Jahr durchschnittlich 170 Gramm CO2 pro Kilometer ausstießen, liegt dieser Wert bei hier neu zugelassenen Pkw aus deutscher Produktion nach Berechnungen des VCD bei 178 Gramm CO2 pro Kilometer.
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher und Autoexperte des VCD: Zwar veröffentlicht der VDA bisher keine gesonderten Daten für die in Deutschland verkauften Fahrzeuge seiner Mitgliedsunternehmen, doch der Durchschnittswert lässt sich anhand von Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes exakt berechnen. Dieser Wert zeigt: Alle Bekundungen des VDA, die deutsche Autoindustrie liege bei der Reduktion des Kraftstoffverbrauchs international vorn, sind Makulatur."
In seinen eigenen Berichten verstecke sich der VDA bei den Zahlen zu durchschnittlichen Treibhausgasemissionen von Neuwagen hinter den Werten, die auf dem Gesamtabsatz aller europäischen Autohersteller in ganz Europa beruhen und vom VDA für das Jahr 2003 mit 163 Gramm pro Kilometer beziffert würden. Damit liefert der VDA nach Ansicht des VCD einen weiteren Beleg dafür, dass das Angebot deutscher Hersteller beim Verbrauch deutlich schlechter ausfalle als das der ausländischen Konkurrenz.
Um von diesem Versagen abzulenken, wirft der VDA dem VCD vor, in der aktuellen Auto-Umweltliste das Auto mit dem geringsten Verbrauch - den Smart fortwo CDI aus deutscher Produktion - zu ignorieren und damit unseriös zu sein. Dabei unterschlägt der VDA, dass in das VCD-Umweltranking bereits seit letztem Jahr aus gutem Grund keine Diesel-Pkw ohne Partikelfilter gegen krankmachenden Dieselruß mehr aufgenommen werden", erläutert Lottsiepen.
Der Vergleich mit dem Mercedes A 160 CDI veranschauliche die umweltrelevanten Schwächen des smart. So emittiere der kleine Zweisitzer die doppelte Masse an Stickoxiden wie der Kompaktwagen der Konzernmutter und erreiche damit nur die Schadstoffnorm Euro 3. Auch bei den Rußpartikeln gebe der smart ein miserables Bild ab. Im Vergleich zu einem Pkw mit Partikelfilter stoße er fast die 20-fache Masse an Ruß und etwa die tausendfache Menge der ultrafeinen und besonders lungengängigen Partikel aus.
Lottsiepen: So sieht also die Umweltperformance des vom VDA angeführten besonders umweltverträglichen Auto aus, das der VCD angeblich ignoriere. Fakt ist dagegen: Ein Auto mit Schadstoffstufe Euro 3 und derart schlechten Umweltwerten darf nur noch bis Ende 2005 verkauft werden, danach ist der Smart fortwo CDI als Neuwagen gar nicht mehr zulassungsfähig."
Auch der Gutschein, den KäuferInnen des Diesel-smart derzeit für die Nachrüstung eines offenen Partikelfiltersystems ab Frühjahr 2006 erhalten, werde nichts daran ändern, dass dieser smart nur die veraltete Schadstoffnorm Euro 3 einhält. Denn der Filter reduziere nicht die maßgeblichen Stickoxide. Bei den krankmachenden Rußpartikeln erreiche der vorgesehene Einfachfilter zudem nur eine Verringerung um 30 bis 40 Prozent. Alle Diesel mit Partikelfilter, die in die VCD Auto-Umweltliste 2005/2006 aufgenommen wurden, gewährleisten hingegen eine nahezu hundertprozentige Reinigung der Abgase von Rußpartikeln", erklärt Lottsiepen.
Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband
Daniel Kluge, Pressesprecher
Kochstr. 27, 10969 Berlin
Telefon: 030/2803510, Telefax: 030/28035110
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