Pressemitteilung | BTE - Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren

Start in die Wintersaison statt Reduzierungsphase / BTE-Appell: Winterware nicht zu früh reduzieren!

(Köln) - Das Geschäft mit warmer Bekleidung ist noch nicht recht in Schwung gekommen. Zwar kommt die Mode beim Kunden gut an, doch waren September und Oktober mit ihren Rekordtemperaturen für echte Winterware deutlich zu warm. Wieder einmal ein Beleg dafür, wie entscheidend die Witterung für den Modeeinkauf der überwiegenden Mehrheit der Verbraucher ist.

Es wäre deshalb falsch, jetzt echte Winterware zu reduzieren. Denn die richtig kalte Zeit steht erst noch bevor. Minustemperaturen gibt es erfahrungsgemäß frühestens Mitte November und die kältesten Monate sind ohnehin Januar und Februar. Gerade für Bedarfskäufer, deren Zahl angesichts der nach wie vor unsicheren wirtschaftlichen Situation mit drohenden Steuererhöhungen und Leistungskürzungen noch steigen könnte, kommt also der rechte (witterungsbedingte) Anreiz für die Neuanschaffung von Winterbekleidung erst noch. Sinn machen deshalb im Moment allenfalls gezielte Reduzierungen auf schlecht laufende Einzelartikel oder auf ausgewählte Übergangsartikel.

Mit dem Absinken der Temperaturen ist stattdessen der Start in eine neue, separate Wintersaison sinnvoll, in der die besonders wärmenden Bekleidungsstücke ins Blickfeld der Kunden gerückt werden. Einige Modehäuser praktizieren dies bereits, und zwar anscheinend mit gutem Erfolg. Branchenweit fehlt es hier aber noch an einer ausreichend deutlichen Marketingbotschaft gegenüber den Kunden. Deshalb haben wohl auch die Publikumsmedien das Thema noch nicht aufgegriffen und gehen bei ihrer Mode-Berichterstattung immer noch von nur zwei Saisons pro Jahr aus.

Kollektionen bereits angepasst. Dabei sind auf der Warenseite die Voraussetzung für eine eigenständige Wintersaison vielfach schon gegeben. Dank gestaffelter Liefertermine oder Programme präsentieren viele Modehäuser vor allem in der jungen DOB den Kunden jetzt ohnehin andere Waren als noch vor drei Monaten. Hier gibt es das tradierte Zwei-Saison-Schema ohnehin kaum noch. Es mangelt eben nur noch an der entsprechenden Kommunikation gegenüber den Endverbrauchern. Stattdessen wird der Kunde ab November meist mit ersten Rabatt- oder Reduzierungsaktionen konfrontiert und damit auch neu angekommene Winterware abgewertet.

Deshalb empfiehlt der BTE dem Modehandel schon seit einiger Zeit, den Kunden kontinuierlich an ein Vier-Saison-Konzept hinzuführen. Im Idealfall sollte speziell der breite Markt vier Saisoneröffnungen zum Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Winterbeginn propagieren. Schließlich ist es vor allem hinsichtlich der Rendite interessanter, eine neue, frische Saison mit regulären Preisen zu bewerben, als eine zum Teil abgeschlossene Saison mit Preisreduzierungen ins Blickfeld der Kunden zu rücken.

Betriebswirtschaftlich bedenklich wäre es allerdings, ein Vier-Saison-Konzept für die Propagierung von zwei weiteren Schlussverkäufen – aktuell also eines Herbst-Schluss-Verkaufs – zu nutzen. Die Glaubwürdigkeit der Preise in der Modebranche ist für den Kunden ohnehin bereits zu sehr angegriffen, als dass man jetzt noch einen zusätzlichen Reduzierungsanlass installieren sollte.

BTE-Appell: Der Textileinzelhandel darf jetzt nicht überstürzt handeln und Winterware durch hektische und undifferenzierte Reduzierungen verschleudern. Exklusive, hochmodische Geschäfte, die besonders früh den Rotstift ansetzen, dürfen nicht als Vorbild für die Reduzierungspraxis des breiten Marktes genommen werden, da sie einen anderen Saisonrhythmus als die übrigen Modegeschäfte haben.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels e.V. (BTE) Pressestelle An Lyskirchen 14, 50676 Köln Telefon: (0221) 921509-0, Telefax: (0221) 921509-10

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