Pressemitteilung | Verband medizinischer Fachberufe e.V. (VMF)
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Statement Sabine Rothe, Präsidentin, Ressort Öffentlichkeitsarbeit

(Berlin) - Der Verband medizinischer Fachberufe e. V. und die Zukunft unseres Gesundheitswesens. Unser Gesundheitswesen ist eine Baustelle. Bundeskanzlerin Merkel zeigt sich optimistisch: „Ich glaube, das Bauwerk wird gelingen.“ Frau Merkel sagt außerdem: „Bei der Gesundheitsreform wollen wir, dass die Menschen auch in zehn, fünfzehn Jahren, egal wie viel sie verdienen, egal wie alt sie sind, Anteil an dem haben, was medizinisch möglich ist. Wir wollen denen, die Ärzte sind, Krankenschwestern sind, die in medizinischen Berufen arbeiten, sagen, dass sie eine tolle Arbeit machen und dass das Berufe sind, für die sich junge Leute auch entscheiden.“

Die Ziele sind löblich, aber nur in umgekehrter Reihenfolge umsetzbar. Zuerst sollte die Arbeit der Gesundheitsberufe geachtet und ihre Erfahrungen bei der Reform beachtet werden. Dann wird es ein gutes Bauwerk, das auch in den nächsten Jahr-zehnten den veränderten Bedingungen von Demographie und medizinisch-technischem Fortschritt standhält.

Notwendig ist es dabei, den Begriff der Solidarität im Gesundheitswesen neu zu definieren. Die derzeitigen Überlegungen zur neuen Gesundheitsreform gehen in diese Richtung: Weg von der Vollkaskomentalität bei gleichzeitigem Abbau von Bürokratie. Wir hoffen, dass genau dieser Weg konsequent weiter gegangen wird.

Aber es müssen nicht alle Strukturen grundlegend verändert werden. Die gesellschaftliche Betreuung von Kranken und Schwachen haben z. B. in zunehmendem Maße die Praxisteams übernommen. Hier ist ein großes Potenzial, das noch stärker genutzt werden sollte, hier ist die Nähe zu den Patienten, die psychosoziale Kompetenz, das ressortübergreifende Denken für eine verbesserte Schnittstellenarbeit zwischen ambulant-stationär und ambulant-ambulant. Hier sind die Ansprechpartner für proaktive Patienten.

Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte sind dabei kein Anhängsel, sondern fester Bestandteil dieser Praxisteams mit z. T. eigenen Aufgabengebieten. Sie kennen den Patienten nicht nur von seinen medizinischen Diagnosen, sondern auch sein soziales Umfeld. So können sie im Team vorhandene familiäre und soziale Ressourcen koordinieren. Diese Faktoren tragen wesentlich zum Genesungsprozess bei und fördern die Bereitschaft des Patienten zur Mitarbeit.

Genau hier steckt ein Effizienzpunkt des Gesundheitswesens, der bisher kaum beachtet wurde: Die Kompetenzreserven der Mitarbeiterinnen. Bei entsprechender Aus- und Weiterbildung können diese in noch viel stärkerem Maß als bisher koordinieren und den Arzt / die Ärztin von nichtmedizinischen Arbeiten entlasten. Das bedeutet aber auch eine bewusste Wahrnehmung unserer Tätigkeit und unserer Einsatzmöglichkeiten bereits bei den Honorarverhandlungen zwischen Selbstverwaltung und Krankenkassen.

Die Neuordnung unserer Berufe hat uns aus der Rolle der „Helferin“ zumindest verbal herausgeholt. Selbstbewusst und mit Selbstverständnis bilden wir Frauen uns weiter. Nicht abwartend, sondern handelnd. In einem Umfeld allgemeinen Abwartens gewinnt, wer sich bewegt. Unser Verband hat sich bewegt und wird sich in den nächsten Jahren noch mehr bewegen, um das Bauwerk Gesundheitswesen für Patienten und Beschäftigte stabil zu gestalten.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband medizinischer Fachberufe e.V. (BdA) Pressestelle Bissenkamp 12-16, 44135 Dortmund Telefon: (0231) 5569590, Telefax: (0231) 553559

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