Steigende Sparquote begrüßenswerter Trend / Rückgang der Sparquote in 2006 durch Mehrwertsteuererhöhung zu erwarten
(Berlin) - Als begrüßenswerten Trend bezeichnet der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seinem jüngsten Konjunkturbericht die steigende Sparquote in Deutschland. Eine höhere Sparneigung sei langfristig notwendig, um die Folgen der Alterung der Gesellschaft abzufedern. Im vergangenen Jahr hat sich die Sparquote leicht von 10,5 Prozent auf 10,6 Prozent erhöht. Das Sparen nahm um 2,6 Prozent auf 158 Milliarden Euro zu, die verfügbaren Einkommen stiegen dem gegenüber nur um 1,5 Prozent auf 1.488 Milliarden Euro. Im Jahr 2000 hatte das Verhältnis zwischen Sparen und Einkommen noch bei 9,2 Prozent gelegen.
Vorsicht bleibt wichtiges Sparmotiv
Den Anstieg des Sparens führt der BVR vor allem auf das Vorsichtsmotiv zurück. Die Verunsicherung der Bürger aufgrund zahlreicher noch ausstehender Reformen in Deutschland habe angehalten. Auch wirke das Risiko des Arbeitsplatzverlustes angesichts der unverändert hohen Arbeitslosigkeit weiterhin dämpfend auf den Konsum.
Die Sparquote befände sich dennoch nicht auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Im Jahr der Wiedervereinigung habe sie mit 12,7 Prozent noch deutlich höher gelegen. Auch in den 70er und 80er Jahren hatten die Bundesbürger einen deutlich größeren Anteil ihres Einkommens auf die hohe Kante gelegt. Auch sei der Anteil der gesparten Mittel in anderen europäischen Ländern ähnlich hoch wie in Deutschland.
Nachholbedarf bei privater Altersvorsorge
Die private Altersvorsorge habe bislang nur einen begrenzten Einfluss auf die Spartätigkeit gehabt. So sei die Nutzung spezifischer Altersvorsorgeinstrumente, wie beispielsweise das Riester-Sparen, in den letzten Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Allerdings verdichteten sich die Anzeichen dafür, dass die Sensibilität der Bundesbürger für die Vorsorgeproblematik steige und sich auch zunehmend in den Sparentscheidungen niederschlage. So habe die Nachfrage nach Riesterprodukten in 2005 stark zugenommen. Bei der Union Investment, der Fondsgesellschaft des genossenschaftlichen FinanzVerbundes, sind beispielsweise im vergangenen Jahr knapp 245.000 neue Riester-Verträge abgeschlossen worden. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Neuabschlüsse damit um rund 250 Prozent.
Mehrwertsteuererhöhung wird Trend vorübergehend unterbrechen
Im Jahr 2006 rechnet der BVR aufgrund der geplanten Mehrwertsteuererhöhung mit einem leichten Rückgang der Sparquote. Die Bundesbürger würden nach Möglichkeit für das Jahr 2007 vorgesehene Käufe langlebiger Konsumgüter bereits ins Jahr 2006 vorziehen. Bei Ausgaben für langlebige Konsumgüter in Höhe von gut 140 Milliarden Euro pro Jahr seien zusätzliche Ausgaben in diesem Jahr in Höhe von etwa 10 Milliarden Euro vorstellbar. Die Sparquote würde sich dadurch auf einen Wert in der Nähe der 10 Prozent-Marke verringern. Der Trend zu einer allmählich steigenden Sparquote werde dadurch aber nur kurzfristig unterbrochen.
Sichteinlagen profitieren in 2005 von niedrigen Zinsen
Den Bundesbürgern dürften im Jahr 2005 rund 170 Milliarden Euro an Anlagemitteln zur Verfügung gestanden haben. Neben der Ersparnis standen den privaten Haushalten Geldmittel auch aus Vermögensübertragungen, wie beispielsweise über die Eigenheimzulage, und der Aufnahme von Krediten zur Verfügung. Rund 130 Milliarden Euro dürften in die Bildung von Geldvermögen geflossen sein, davon mit rund 40 Milliarden Euro knapp ein Drittel bei Kreditinstituten. Wie in den Vorjahren konzentrierten sich die Anlagen auf die Sichtguthaben. Auf diese äußerst liquide Anlageform sei praktisch der gesamte Mittelzufluss entfallen, bei den übrigen Bankeinlagen hielten sich Zu- und Abflüsse etwa die Waage.
Bei den Versicherungen dürften die Anlagen im Jahr 2005 etwas schwächer als im Vorjahr ausgefallen sein. Hierfür dürfte vor allem das stürmische Geschäft zum Ende des Jahres 2004 verantwortlich gewesen sein, als letztmals die Möglichkeit bestanden hatte, Lebensersicherungsverträge mit einer steuerfreien Kapitalauszahlung abzuschließen. Im Jahr 2005 sei das Neugeschäft dadurch entsprechend schwächer ausgefallen.
Die Wertpapieranlagen dürften mit gut 40 Milliarden Euro wieder stärker zugelegt haben. In 2005 sei der Absatz von Zertifikaten und anderen derivativen Anlageinstrumenten äußerst lebhaft verlaufen. Positiv auf die Wertpapiernachfrage habe sich aber auch das wieder steigende Vertrauen in Aktienanlagen ausgewirkt.
Quelle und Kontaktadresse:
BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V., Hauptgeschäftsstelle
Melanie Schmergal, Pressesprecherin
Schellingstr. 4, 10785 Berlin
Telefon: (030) 20210, Telefax: (030) 20211900
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