Steigende Zahlen: Seit 2022 in der Ukraine mehr als 3.500 Kinder getötet oder verletzt
(Berlin/Kyiv) - Seit der Eskalation des Krieges vor über vier Jahren wurden in der Ukraine mehr als 3.500 Kinder getötet oder verletzt - das entspricht umgerechnet etwa 177 Schulklassen. Die Gewalt gegen Kinder nimmt weiter zu: In diesem Jahr ist die Zahl der betroffenen Kinder erneut gestiegen, wie aktuelle Zahlen der Vereinten Nationen zeigen.
Eine Auswertung von Save the Children zeigt das Ausmaß der anhaltenden Gewalt gegen Kinder: Seit Februar 2022 wurden 791 Kinder in der Ukraine getötet und 2.752 verletzt. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 waren 294 Kinder betroffen. Dies ist ein Anstieg um 27 Prozent im Vergleich zu den letzten vier Monaten des Jahres 2025.
„Im vergangenen Jahr haben wir eine Eskalation der Angriffe auf zivile Gebiete beobachtet, die auf eine grobe Missachtung von Kindern und ihren Rechten hindeuten. 2025 war das tödlichste Jahr für Kinder in der Ukraine seit 2022“, sagt Sonia Kush, Landesdirektorin von Save the Children in der Ukraine. „Die mehr als 3.500 getöteten oder verletzten Kinder sind eine eindringliche Mahnung an die verheerenden menschlichen Kosten dieses Krieges. Hinter diesem düsteren Meilenstein stehen Hunderte von Kindern, deren Leben vorzeitig beendet wurde, Tausende weitere, deren Leben durch Verletzungen für immer verändert wurde und noch viel mehr Kinder, die Traumata, Verlust und Unsicherheit ausgesetzt sind.“
Der 16-jährige Nazar* aus Charkiv ist einer von ihnen. Er wurde bei einem Luftangriff schwer verletzt, als er mit seinen Klassenkameraden auf dem Schulgelände Fußball spielte. Fast sein gesamter Körper war von Splitterwunden überzogen und sein Oberschenkel wurde schwer verletzt. Nur durch eine schnelle medizinische Versorgung konnte sein Bein gerettet werden. Es folgten mehrere Operationen und eine lange Rehabilitation, unterstützt von einem Partner von Save the Children, der Ukrainian Deminers Association. Neben Narben bleiben auch die Erinnerungen. „Anfangs ging er überhaupt nicht mehr nach draußen. Er hatte vor allem Angst“, berichtet seine Mutter Kseniia*. „Nachdem ich verletzt wurde, blieb meine Mutter zwei Jahre lang jeden Tag bei mir. Sie war meine größte Stütze“, erzählt Nazar*. „Ehrlich gesagt glaube ich, dass ich ohne sie die Reha aufgegeben hätte. Aber Mama sagte mir immer wieder: ‚Mach weiter, tu etwas‘, und das hat mir sehr geholfen.“
Seit der Eskalation im Jahr 2022 hat der Krieg in der Ukraine laut den Vereinten Nationen 15.850 Zivilist*innen das Leben gekostet und mehr als 44.800 verletzt. Die seit dem letzten Jahr verstärkten Luftangriffe auf die Ukraine gefährden die Zivilbevölkerung und beeinträchtigen das tägliche Leben erheblich. Save the Children fordert alle Konfliktparteien auf, den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten. Dazu gehört der Verzicht auf den Einsatz von Sprengwaffen in dicht besiedelten Gebieten, die für Kinder ein besonders hohes Risiko darstellen.
Save the Children ist seit 2014 in der Ukraine tätig und hat seine Arbeit seit der Eskalation des Krieges im Februar 2022 deutlich ausgeweitet. Die Organisation verfügt mittlerweile über ein Team von rund 200 Mitarbeitenden in Kyiv, Charkiv, Sumy, Mykolaiv und Dnipro. In Zusammenarbeit mit mehr als 25 Partnern hat Save the Children bislang mehr als 4,7 Millionen Menschen unterstützt, darunter rund 1,9 Millionen Kinder.
* Name zum Schutz geändert
Quelle und Kontaktadresse:
Save the Children Deutschland e.V., Seesener Str. 10-13, 10709 Berlin, Telefon: 030 27 59 59 79 - 0
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