Strommarkt: Erzeugungskapazitäten bewusst zurückgehalten? / Strompreise Ende 2006 bei 80 Euro/MWh?
(Essen) Wird Stromerzeugungskapazität in der Größenordnung von mehr als einem Großkraftwerk (rd. 1500 MW) dem Markt heute vorenthalten? Und wird dadurch der Strompreis auf dem heutigen hohen Niveau gehalten? In den zurückliegenden 12 Monaten sind die Strompreise bereits um 60 Prozent auf etwa 55 Euro/MWh gestiegen. Auf diese Indizien für nicht funktionierenden Wettbewerb auf dem Strommarkt wird der VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft anlässlich der Anhörung zur CO2-Zertifikateeinpreisung im Bundeskartell¬amt (BKartA) am Donnerstag, 30. März 2006, aufmerksam machen. Der VIK betont dabei die Dringlichkeit des Eingreifens der Politik, insbesondere der Bundeskanzlerin Merkel bei ihrem bevorstehenden Energiegipfel am kommenden Montag.
Die von der Politik unbeabsichtigte und ungerechtfertigte Verschiebung gewaltiger Finanzmittel im Rahmen des CO2-Emissionshandels von den Stromkunden zu den marktbeherrschenden Stromunternehmen muss für die zweite CO2-Handelsperiode ab 2008 in jedem Fall ausgeschlossen werden! Die Politik ist dringend aufgefordert, die gesetzliche Grundlagen für einen Stromwettbewerb, der den Namen auch verdient, zu schaffen.
Der VIK hat festgestellt, dass bei einem großen deutschen Versorger mehr als 80 Prozent der Stromerzeugung zu Kosten von 24 Euro/MWh erfolgt. Angesichts der heutigen Strompreise an der Börse von rund 55 Euro/MWh entstehen so außergewöhnlich hohe Renditen. Diese Gewinne sind nach Einschätzung des VIK auf den mangelhaften Stromwettbewerb zurückzuführen.
Die marktbeherrschende Stellung der Stromunternehmen ermöglicht diesen hohe Strompreise und die CO2-Einpreisung der zu über 90 Prozent kostenlos an die Stromversorger ausgegebenen CO2-Zertifikate. Jeder Preisanstieg bei den CO2-Zertifikaten fließt linear in den Strompreis ein. Bleibt der CO2-Zertifikatepreis konstant, steigen die Strompreise aber trotzdem weiter. Bei den Stromunternehmen entstehen so allein ca. 5 Mrd. Euro/Jahr ungerechtfertigte zusätzliche CO2-Gewinne.
Quelle und Kontaktadresse:
VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V.
Roland Schmied, Pressesprecher
Richard-Wagner-Str. 41, 45128 Essen
Telefon: (0201) 810840, Telefax: (0201) 8108430
Weitere Pressemitteilungen dieses Verbands
- EEG 2021: Allenfalls ein "durchwachsenes Zwischenergebnis"
- VIK zum Konjunkturpaket der Bundesregierung: Wichtiges Signal für Wirtschaft und Gesellschaft / Dr. Hans-Jürgen Witschke: Einzelne Maßnahmen dürfen nicht zum Bumerang für die Wirtschaft werden.
- VIK: Erfolgsmodell ETS nicht überstrapazieren / Sektorspezifische Ziele erfordern sektorspezifische CO2-Steuerungsinstrumente
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

