Stromwettbewerb? Ja, aber heute und nicht erst in Jahren
(Essen) Bundeswirtschaftsministerium, Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur sehen erhebliche Wettbewerbsdefizite beim Strom. Allheilmittel ist der Neubau von Kraftwerken. Eine richtige, aber nicht hinreichende Strategie, so der VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft. Denn warum noch Jahre warten? Deutschland braucht heute wettbewerbsgerechte Strompreise! Im Übrigen stellt sich die Frage, warum sich die großen vier mit ihren neuen Kraftwerken die Strompreise selbst kaputt machen sollten?
Die Lösung liegt viel näher: Die heute benötigten Kraftwerke gibt es bereits. Sie müssen nur eingesetzt werden. So liegen nach einer Untersuchung der EU-Kommission* die Stromproduktionskosten von 60 Prozent der deutschen Kraftwerke unter 20 Euro/MWh, 80 Prozent immer noch unter 40 Euro/MWh. Zum Vergleich: Der aktuelle Strompreis liegt nahe 60 Euro/MWh. Die Kraftwerke sind also tüchtige Milchkühe und deren Betreiber, die vier großen Versorger, kontrollieren 80 Prozent der deutschen Kraftwerkskapazität.
Zudem zeigt die EU-Untersuchung: Es gibt keine Engpässe in der Stromerzeugung, sondern Überkapazitäten. Die vorhandene Kraftwerksleistung wird jedoch nur zum Teil angeboten. Vielfach werden wie es die beiliegende EU-Grafik auf S. 2 zeigt die Anlagen nicht voll ausgelastet, trotz hoher und höchster Preise. Warum? Wo doch bei den hohen Spotmarktpreisen sehr viel Geld zu verdienen wäre? Alleine 5 Prozent mehr Angebot am Spotmarkt könnte den Strompreis um bis zu 30 Prozent in den Keller treiben! Oder umgedreht: 5 Prozent-Angebotszurückhaltung könnte den Spotpreis auf Mondpreis-Niveau halten.
Hier ist die Politik gefordert, die inaktiven Kraftwerkskapazitäten preiswirksam zu mobilisieren und strategisches Verhalten der Erzeuger zu korrigieren.
* EU-Energy-Sector-Inquiry 2005/2006
Quelle und Kontaktadresse:
VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V.
Roland Schmied, Pressesprecher
Richard-Wagner-Str. 41, 45128 Essen
Telefon: (0201) 810840, Telefax: (0201) 8108430
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