Pressemitteilung | Deutsches Studentenwerk e.V. (DSW)

Studieren, wer soll das bezahlen?

(Berlin) - BAföG? Jobben? Ein Stipendium? Oder doch lieber gleich die Eltern fragen? Wer studieren will, muss sich Gedanken zur Finanzierung machen. Über 700 Euro durchschnittlich geben die rund zwei Millionen Studierenden derzeit in Deutschland im Monat für ihre Lebenshaltungskosten und Lernmittel aus, so die aktuelle Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW). Eine kompakte Orientierung zur Studienfinanzierung bietet der neue DSW-Flyer „Ein Studium finanzieren“. Angehende oder bereits Studierende, ihre Eltern und Lehrer finden darin, gebündelt und übersichtlich dargestellt, alle Informationen, wie man ein Studium finanziert.

Die Studienfinanzierung ist eine Mischfinanzierung aus verschiedenen Quellen, das zeigt die Sozialerhebung klar. Die wichtigste Quelle: Mutter und Vater. 89 Prozent der Studierenden werden von ihren Eltern unterstützt, sie erhalten durchschnittlich 435 Euro im Monat. Es sind also die Eltern, die gesetzlich verpflichtet sind, die Hauptlast der Studienfinanzierung zu tragen. Die zweite Quelle: das Jobben neben dem Studium. 68 Prozent der Studierenden arbeiten nebenher; die Hälfte von ihnen gibt an, sich nur so das Studium überhaupt leisten zu können. Knapp ein Viertel der zwei Millionen Studierenden erhält Förderung nach dem BAföG; ausschließlich vom BAföG finanzieren sich aber nur 1 Prozent. Stipendien und Studienkredite, die immer wieder als neue Instrumente der Studienfinanzierung diskutiert werden, haben bislang nur eine marginale Bedeutung: 2 Prozent der Studierenden finanzieren sich unter anderem über ein Stipendium, einen Bildungskredit nimmt lediglich 1 Prozent in Anspruch.

Viele Studierende, mahnt DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde, verschenken aber auch Geld, weil sie die staatliche Förderung BAföG nicht in Anspruch nehmen, obwohl sie ihnen eigentlich zustünde. „Vor allem Förderbeträge bis 250 Euro im Monat werden zu wenig abgerufen“, sagt Meyer auf der Heyde, „wir empfehlen deshalb, erst einmal einen BAföG-Antrag zu stellen.“ Das BAföG wird meistens abhängig vom elterlichen Einkommen gewährt; Beratung, Anträge und Entscheidung sind Aufgabe der BAföG-Ämter bei den Studentenwerken.

Subjektiv schätzen die heutigen Studierenden ihre finanzielle Situation unterschiedlich ein. Der interessante, aber nicht ganz überraschende Zusammenhang: Wer finanzkräftige Eltern im Rücken hat, fühlt sich sicherer. 74 Prozent der Studierende aus einkommensstarken Familien sind der Meinung, dass die Finanzierung ihres Lebensunterhalts sichergestellt ist. Bei den Studierenden aus einkommensschwachen Haushalten liegt der Anteil bei nur 46 Prozent.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutsches Studentenwerk e.V. Monbijouplatz 11, 10178 Berlin Telefon: 030/297727-0, Telefax: 030/297727-99

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