Suizidprävention stärken
(Berlin/ Freiburg) - Der Deutsche Caritasverband und das Kommissariat der deutschen Bischöfe in Deutschland setzen sich entschieden dafür ein, dass niemand in eine ausweglose Lage geraten muss, in der Suizid als naheliegende oder einzige Lösung erscheint.
„Wir wollen gesellschaftlich eine Haltung fördern, die von Respekt, Würde, Achtsamkeit und Empathie geprägt ist“, sagte Prälat Dr. Karl Jüsten am Mittwochabend in Berlin. Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa forderte: „Wir setzen darauf, dass der Bundestag im Jahr 2026 ein Suizidpräventionsgesetz verabschiedet, das die flächendeckende Verfügbarkeit wirksamer und niedrigschwelliger, nach Risikogruppen ausdifferenzierte Maßnahmen der Suizidprävention sicherstellt.“ Caritas und Kommissariat weisen darauf hin, dass Motive, Gefahrenlagen und Methoden des Suizids je nach Alter, Geschlecht und Lebenslage sehr unterschiedlich sind. Zielgruppenspezifische Angebote seien unabdingbar, um zu verhindern, dass Suizid als attraktiver Ausweg erscheint und dass Nachahmer-Effekte provoziert werden. Dazu gehört in jedem Fall eine breit wirksame Methodenrestriktion, die dem spontanen Impuls Grenzen setzt und Suizidwilligen Zeit für neue Perspektiven auf das Leben schenkt.
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: „Während sich junge Menschen nicht selten in Verzweiflung von Brücken stürzen, ist Suizid im Alter zunehmend mit der Möglichkeit der Inanspruchnahme von Suizidassistenz verbunden. Es darf nicht sein, dass sich Menschen unter Druck gesetzt fühlen, sich mit Suizidassistenz auseinandersetzen zu müssen und sich für einen Suizid entscheiden, weil sie von der Angst geplagt sind, anderen zur Last zu fallen.“
Prälat Dr. Karl Jüsten: “Suizidprävention ist nicht allein eine Aufgabe des Gesundheitswesens, sondern ist ein gemeinschaftliches Anliegen von Politik, Fachpraxis und Zivilgesellschaft. Es braucht niedrigschwellige Angebote, die Menschen erreichen und Brücken ins Hilfesystem und damit in stabilere Lebensphasen bauen.”
Beratung in suizidalen Krisen muss ohne Hürden verfügbar sein, vertraulich, niedrigschwellig und bei Bedarf anonym. Gerade für junge Menschen muss – etwa mit dem Angebot der U25-Peer-Beratung – eine verlässliche, zeitlich unbefristete Begleitung zur Verfügung stehen. Suizidprävention darf nicht nur in Form von Projekten gefördert bleiben.
Bei der von Caritas und Kirche angesprochenen Methodenrestriktion geht es auch um die Sicherung von Bahngleisen, Brücken und Türmen mit Zäunen, ebenso wie um ein wirksames Werbeverbot für Suizidmittel, sowie eine Regulierung der Suizidassistenz, die auch Regeln zur Berichterstattung über Suizidassistenz umfasst.
Der assistierte Suizid ist eine spezifische Form des Suizids. Die Entwicklungen zeigen, dass Suizidassistenz vor allem von älteren Menschen in Betracht gezogen wird: Mehr als die Hälfte der Menschen, die Suizidassistenz erwägen, ist 80 Jahre alt oder älter. Frauen sind erkennbar überrepräsentiert. Auch für diese suizidale Risikogruppe sind spezifische Formen der Prävention zu verankern.
In seiner diesjährigen Jahreskampagne setzt sich der Deutsche Caritasverband für eine „Du-wirst-gebraucht-Kultur“ der Zugehörigkeit ein, die Menschen in jedem Lebensalter aus der Einsamkeit befreit und dem Druck entgegentritt, sich mit Schein-Lösungen oder Angeboten der Suizidassistenz auseinandersetzen zu müssen. Im Miteinander der Generationen liegt die Superkraft der Gesellschaft.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Caritasverband e.V. - Hauptgeschäftsstelle, Anja Stoiser, stellv. Pressesprecher(in), Reinhardtstr. 13, 10117 Berlin, Telefon: 030 2844476
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