Tarifrunde für Klinikärzte am 3. April / Henke: Wir wollen rasche Einigung und keine Streiks
(Berlin) - Ein deutlich verbessertes Tarifangebot für die rund 55 000 kommunalen Krankenhausärzte erwartet der Marburger Bund (MB) von der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) bei der nächsten Verhandlungsrunde am 3. April in Wiesbaden. Nach der Einigung im öffentlichen Dienst verlangen wir eine kräftig aufgewertete Offerte, so der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft, Rudolf Henke. Der Weg für eine rasche Lösung am Verhandlungstisch ohne Ärztestreiks sei offen. Dafür müssten die Arbeitgeber allerdings die Zumutungen ihres bisherigen Angebots aufgeben.
Bei der letzten Verhandlungsrunde am 13. März in Wiesbaden, die von massiven Warnstreiks mehrerer Tausend Klinikärzte in über 200 kommunalen Krankenhäusern bundesweit begleitet wurde, legten die Arbeitgeber erstmals ein Angebot vor. Nach Angaben des MB belaufe es sich auf 24 Monate gerechnet auf weniger als zwei Prozent. Ziehe man davon die geforderte wöchentliche Arbeitszeiterhöhung um 1,5 Stunden ab, die ein Volumen von 3,75 Prozent ausmache, würde die ärztliche Arbeitsstunde um bis zu 1,75 Prozent billiger werden. Henke: Statt die Gehälter zu erhöhen, will die VKA die ärztliche Arbeitsleistung billiger bekommen. Eine solche Arbeitgeberstrategie ist der direkte Weg in eine Eskalation der Tarifauseinandersetzung. Die VKA habe am Donnerstag (3. April 2008) die große Chance, mit einem deutlich besseren Angebot dieses Szenario abzuwenden.
Der Marburger Bund verlangt für die kommunalen Klinikärzte eine Gehaltserhöhung von durchschnittlich 10,19 Prozent und eine umgehende Anpassung der Osteinkommen an das Westniveau. Diese Forderungen leitet die Ärztegewerkschaft insbesondere von der miserablen Arbeitssituation in den Krankenhäusern ab. Jährlich würden mehrere tausend deutsche Ärzte ins Ausland auswandern, wo deutlich bessere Arbeitsbedingungen und höhere Einkommen geboten würden. Nach den jüngsten Erkenntnissen der Bundesärztekammer seien inzwischen über 19.000 deutsche Ärzte im Ausland beschäftigt. Henke: Die Arbeitgeber schneiden sich mit ihrer Geizpolitik ins eigene Fleisch, denn Ärztemangel wirkt sich sofort negativ auf den Ertrag der Krankenhäuser aus. Konkurrenzfähige Ärztegehälter sind eine sinnvolle Investition für die Kliniken.
Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
Pressestelle
Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin
Telefon: (030) 746846-0, Telefax: (030) 746846-16
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

