Pressemitteilung | Fachverband Industrie verschiedener Eisen- und Stahlwaren e.V. (IVEST)
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Torbranche nutzt Marktchancen im Konjunkturaufschwung konsequent

(Ratingen) - Dank einer starken Auslandsnachfrage und robuster Impulse aus dem Inland erlebt die deutsche Torbranche derzeit einen Aufschwung, wie er noch vor 12 Monaten nicht für möglich gehalten worden war. Produktion und Umsatz konnten im vergangenen Jahr um zehn Prozent bzw. 8,1 Prozent gesteigert werden. „Die Marktchancen für die Torhersteller und ihre Helfer waren lange nicht so gut wie im Laufe des Jahres 2006 und im laufenden Jahr“, betonte Dr. Claus Schwenzer, Vorsitzender des BVT – Verband Tore anlässlich der Mitgliederversammlung in Ratingen. Allerdings bleiben die Margen im Tagesgeschäft weiter unter Druck, vor allem bei Aufträgen von Generalunternehmen und marktmächtigen Großkunden aus Industrie, Handel und Gewerbe.

Die deutsche Torbranche – Torhersteller, Torhandel und die vielfältige Zulieferindustrie – hat ihre Marktchancen, die sich durch die guten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr auftaten, konsequent genutzt, und zwar im In- und Ausland. Dies verdeutlicht auch ihre ausgezeichnete Wettbewerbsposition, die sie sich trotz Kostennachteilen am deutschen Produktionsstandort durch Produktqualität, kundenorientierte Dienstleistungen, Know-how und Innovationskraft hart erarbeitet hat. Die Unternehmen profitierten sowohl von der Auflösung des Investitionsstaus in wichtigen Zielmärkten – Industriezweige wie Maschinenbau, Chemie-, Elektro- und Automobilindustrie, Lebensmittelwirtschaft, Logistik und Lagerei, Handelsunternehmen und Werkstätten - als auch von dem Ende der Talfahrt der Baubranche, die 2006 insbesondere im Wirtschaftsbau deutliche Zuwächse zu verzeichnen hatte.

2006 belief sich der Umsatz der Branche auf 1,67 Mrd. Euro, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent bedeutet. Wurde im Inland ein Zuwachs von sechs Prozent auf über 1,35 Mrd. Euro erzielt, nahm die Exportleistung sogar sprunghaft um gut 18 Prozent auf über 300 Millionen Euro zu. Zur kräftigen Auslandsnachfrage, die im gesamten europäischen Wirtschaftsraum und vor allem auch in osteuropäischen Ländern zu spüren war, gesellte sich ab dem zweiten Quartal eine zunehmend robuste Inlandsnachfrage, von der die meisten kleinen und mittleren Branchenbetriebe immer noch in hohem Maße abhängig sind.

„2007 erwarten wir ein weiteres kräftiges Plus von fünf bis sechs Prozent, nachdem unsere Branche 2006 voll durchgestartet ist“, brachte es Friedrich Klopotek, BVT-Geschäftsführer, in seiner Branchenbilanz auf den Punkt. Damit dürfte sie im laufenden Jahr etwa 1,75 Mrd. Euro umsetzen. Basis für diese optimistische Prognose sind die jüngsten Umfrageergebnisse des BVT-Konjunkturberichts zur zu aktuellen Lage und Tendenz in den nächsten sechs Monaten. Sie belegen, dass die Auftragsbücher derzeit gut gefüllt sind, nachdem bereits ein Auftragsüberhang in das Geschäftsjahr 2007 mitgenommen werden konnte. 65 Prozent der befragten Mitgliedsbetriebe rechnen bis zum Herbst mit steigenden Auftragseingängen, 62 Prozent auch mit höheren Umsätzen. Mehr als ein Drittel erwartet eine gleichbleibende Marktentwicklung, die zumindest als zufriedenstellend bezeichnet werden kann. Erfreulich ist auch, dass knapp ein Fünftel der Umfrageteilnehmer zusätzliche Mitarbeiter einstellen will, um der guten Auftragslage Rechnung tragen zu können.


Wie vorsichtig gerade die kleinen und mittleren Betriebe trotz günstiger Marktverhältnisse agieren, zeigt ihre zögerliche Haltung, am allgemeinen Beschäftigungsaufbau in der Metall verarbeitenden Industrie mitzuwirken. Bis Ende 2006 verringerte sich die Beschäftigung in der Torbranche um gut 3 Prozent; es hielten insbesondere die Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten ihren Mitarbeiterzahl konstant. Im Berichtsjahr stiegen die sowieso schon hohen Vormaterial- und Energiekosten teilweise sprunghaft, und der aktuelle Tarifabschluss in der Metallindustrie, der in der personalintensiven Branche stark auf die Gesamtkosten durchschlägt, kann trotz der guten Auftragslage nicht als zeitgemäß gelten.

Höhere Lohn- und Materialkosten lassen eine durchgreifende Ergebnisverbesserung in der Torbranche nicht zu, da die Kostensteigerungen kaum an die Kunden weiter gegeben werden können. Dies zeigt auch die Entwicklung der Erzeugerpreise für Tore und Bauelemente aus Aluminium, Eisen und Stahl, die 2006 nur um ein Prozent zulegen konnten. Hier müssen die Betriebe oftmals einer rigoros an den Tag gelegten Nachfragemacht von Generalunternehmen oder Großkunden aus dem Industrie- und Handelssektor Tribut zollen. Deshalb gilt als Devise für die wendigen Torbauer nach wie vor: Produktivitätsspielräume nutzen, in welchem Bereich sie sich auch bieten, Produktinnovationen vorantreiben und weiter konsequent die Marktchancen außerhalb Deutschlands nutzen, auch in Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern.

Quelle und Kontaktadresse:
Fachverband Industrie verschiedener Eisen- und Stahlwaren e.V. (IVEST) Pressestelle An der Pönt 48, 40885 Ratingen Telefon: (02102) 186200, Telefax: (02102) 186169

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