Pressemitteilung | Klimaschutz-Unternehmen. Die Klimaschutz- und Energieeffizienzgruppe der Deutschen Wirtschaft e.V.
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Transformation zu Kreislaufwirtschaft braucht Zusammenarbeit

(Berlin und Kassel) - Mit 13 Unternehmen unterschiedlicher Größe aus verschiedenen Branchen wie Abfall, Kunststoff, Logistik, Medizin, Metall oder Textil analysierten der Verband Klimaschutz-Unternehmen und das Fachgebiet Umweltgerechte Produkte und Prozesse (upp) der Universität Kassel Herausforderungen bei der Transformation von linearen zu zirkulären Geschäftsmodellen und wo sich Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz in der Praxis eher behindern, statt sich zu ergänzen. Nach 18 Monaten veröffentlicht das DBU-geförderte Kooperationsprojekt „Wege zum zirkulären Geschäftsmodell“ heute seine Ergebnisse.

Klar muss sein, was zirkuläres Wirtschaften heißt. „Der Übergang von unserer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft ist ein Prozess. Der braucht Zeit, Informationen und Austausch von Wissen und Best Practice. Wichtig ist, dass Unternehmen, Politik und Verbraucher*innen Kreislaufwirtschaft nicht als neue Abfallwirtschaft verstehen. Unternehmen müssen Produkte neu denken und immer die kompletten Lebenszyklen berücksichtigen. Also schon bei Design und Materialauswahl überlegen, wie sie recyceltes Material oder Rohstoffe beschaffen oder reduzieren können und gleich planen, wie sich Produkte reparieren und nach der Nutzungsphase wieder- oder weiterverwenden lassen“, sagt Dr. Ron-Hendrik Hechelmann, Leiter des Fachgebiets Umweltgerechte Produkte und Prozesse (upp) der Universität Kassel.

„Wir brauchen Wertschöpfung in Kreisläufen statt in Ketten. Das sichert unsere Ressourcen. Unternehmen sollten Kreislaufwirtschaft als Chance begreifen und zu ihrer Strategie machen. Das zahlt auf die eigene, nationale und europäische Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ein“, ist Julia Eckey überzeugt. Die Geschäftsführerin der Klimaschutz-Unternehmen weiß aus Erfahrung: „Unser Netzwerk und dieses Projekt zeigen, wie wichtig der Austausch mit anderen Betrieben, Branchen, Forschung und Politik ist. Kreislaufwirtschaft gelingt nur zusammen. Zirkuläre Geschäftsmodelle sollten jetzt entwickelt und angegangen werden. Fehlendes Know-how, begrenzte Ressourcen oder noch nicht identifizierte Partner sind kein Grund zu warten, sondern ein Auftrag zum Handeln!“

Wie weit die teilnehmenden Unternehmen Kreislaufwirtschaft bereits umgesetzt haben und welche Potenziale sie sehen, erfassten die Projektpartner in einer Umfrage und erarbeiteten mit ihnen Handlungsempfehlungen für andere Betriebe, die ihre Geschäftsmodelle transformieren wollen. Dabei eingeflossen sind Maßnahmen und Lösungsansätze der Projektunternehmen sowie von ihnen benannte Herausforderungen bei der Umstellung. Zentral für zirkuläres Wirtschaften ist aus ihrer Sicht, dass Betriebe innerhalb ihrer eigenen und mit anderen Branchen zusammenarbeiten und sich austauschen, um von Erfahrungen zu lernen, gemeinsam neue Geschäftsmodelle und Konzepte zu entwickeln: Denkbar wäre beispielsweise, dass Textilreste in der Bauindustrie als Dämmstoffe verwendet oder zu Papier verarbeitet werden. Ihre Erfahrungen zeigen: Es lohnt sich im eigenen Unternehmen Know-how und Personal aufzubauen und in die Transformation alle betroffenen Bereiche einzubinden von Geschäftsführung über Entwicklung, Design, Einkauf und Vertrieb bis zur Kommunikation. Unternehmen, die schon zirkuläre Produkte entwickelt und getestet haben, sollten ihren Kundenstamm informieren und von Vorteilen überzeugen. Damit Kreislaufwirtschaft an Fahrt aufnimmt und skalierbar wird, braucht es Serienprodukte.

Genauer untersuchten die Projektpartner die Branchen Kunststoffe, Metalle und Textil mit dem Kunststoffverarbeiter Pöppelmann, dem Oberflächenverzinker ZINQ und dem Textilreinigungsbetrieb Schäfer Mietwäsche. Für diese drei Unternehmen und ihre Zulieferbetriebe wurden beispielsweise Leitfäden und Vorlagen mit Informationen zu Digitalen Produktpässen erstellt, in denen notwendige Daten aufgelistet sind und erfasst werden können. Zudem entwickelten die Partner ein Modell für dynamische Materialflussanalysen, das zeigt, wann und in welcher Qualität Rohstoffe nach der Nutzungsdauer für Unternehmen wieder verfügbar sind. So können Unternehmen besser planen. Zusammen mit den drei Unternehmen entwickelten die Projektpartner außerdem ein digitales Tool, das Betriebe beim Einstieg in die Transformation unterstützt. Dafür geben Betriebe Daten zu ihrem Unternehmen und bereits genutzten Kreislaufwirtschaftsstrategien wie Reparatur, Wiederverwendung oder Recycling an. Sie bekommen Vorschläge zu geeigneten Maßnahmen, die ihre zirkulären Prozesse voranbringen und auf Klimaschutz einzahlen. Die erste Version dieser Entscheidungshilfe richtet sich vor allem an Unternehmen aus den Branchen Kunststoff, Oberflächentechnik sowie Textil. Bis auf weiteres können Betriebe das Tool kostenlos nutzen.

Am Projekt von September 2024 bis Februar 2026 nahmen diese 13 Unternehmen teil. Zehn davon sind Klimaschutz-Unternehmen:

• allsafe GmbH & Co. KG*
• CHEP Deutschland GmbH*
• easycircular Umweltmanagement GmbH
• ebm papst Mulfingen GmbH & Co. KG*
• fischerwerke GmbH & Co. KG*
• KESSEL SE + Co. KG*
• MPG Mendener Präzisionsrohr GmbH*
• Phaeosynt GmbH
• Pöppelmann GmbH & Co. KG*
• Schäfer Mietwäsche Service GmbH
• Schöck Bauteile GmbH*
• Veolia Holding Deutschland GmbH*
• ZINQ Technologie GmbH*
*Klimaschutz-Unternehmen

Quelle und Kontaktadresse:
Klimaschutz-Unternehmen. Die Klimaschutz- und Energieeffizienzgruppe der Deutschen Wirtschaft e.V., Invalidenstr. 91, 10115 Berlin, Telefon: 0331 27361834

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