Pressemitteilung |

Trotz massiver Bedenken für den Bereich Humanmedizin: Hartmannbund stellt Empfehlungen zur Juniorprofessur zur Diskussion

(Berlin/Bonn) - Für „gänzlich ungeeignet“ hält Dr. Klaus-Peter Schaps, Vorsitzender des Arbeitskreises „Ausbildung, Weiterbildung und Fortbildung“ im Hartmannbund, die mit der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes eingeführte Juniorprofessur speziell im Bereich der Humanmedizin. Das Gesetz hebe den endlich überwunden geglaubten Hausaufstieg wieder auf, der gerade in der Medizin zur Verknüpfung verschiedener schulmedizinischer Lehren und Forschungsschwerpunkte besonders sinnvoll sei. Weiter werde das Ziel der Junior-Professur, nämlich jungen Wissenschaftlern die frühe wissenschaftliche Verantwortung zu ermöglichen, konterkariert, „da das Einstiegsalter in der klinischen Medizin jetzt eher nach hinten verschoben wird, da der Juniorprofessor de jure Facharzt sein soll“, moniert Dr. Schaps.

Der Ausschuss-Vorsitzende stellt folgende Empfehlungen zur Juniorprofessur in der Humanmedizin zur Diskussion:

- Herausragende Promotion und eine Post Doc-Zeit von etwa zwei Jahren als Voraussetzung für die Juniorprofessur;
- externe Gutachten über die wissenschaftliche Qualifikation und Eignung des Kandidaten;
- sorgfältige Prüfung unter Einbeziehung externer Expertisen nach Ablauf von drei Dienstjahren zwecks einer möglichen Verlängerung um weitere drei Jahre.

Juniorprofessoren sollten sich in den ersten drei Jahren vorrangig um den Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe kümmern und hierbei die Entwicklung eines eigenständigen Forschungsprofils anstreben. Dazu müssten die Juniorprofessorenstellen ausreichend mit Personal- und Sachmitteln ausgestattet werden. Weiter sollte den Juniorprofessoren zum raschen Aufbau ihrer Forschung und der dazu nötigen Infrastruktur durch die Hochschulen ein „Start-Paket“ zur Verfügung gestellt werden, das sich an internationalen Standrads orientieren müsse.

Die Lehrverpflichtung der Juniorprofessoren solle zunächst bei zwei, später dann bei vier Semesterwochenstunden liegen. Auf keinen Fall dürfe der Lehreinsatz von Juniorprofessoren zum kostengünstigen Ersatz für die von „regulären Professoren zu leistende Lehrtätigkeit werden, betont Dr. Schaps. Auch sollten Juniorprofessoren nur in geringem Umfang mit der Wahrnehmung von Aufgaben der akademischen Selbstverwaltung betraut werden.

Quelle und Kontaktadresse:
Hartmannbund Verband der Ärzte Deutschlands e.V. Godesberger Allee 54 53175 Bonn Telefon: 0228/81040 Telefax: 0228/81041 55

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