TrumpRx erhöht den Druck auf deutsche Pharmaunternehmen mit US-Geschäft
(Berlin) - Mit dem Launch der Online-Plattform TrumpRx.gov vergangene Woche setzt die US-Regierung ihre Strategie zur drastischen Senkung von Arzneimittelpreisen in die Praxis um. Über die neue Webseite sollen Patientinnen und Patienten in den USA künftig günstiger an Arzneimittel gelangen. Derzeit sind 40 Arzneimittel gelistet, weitere sollen folgen. Die Plattform ist Teil einer umfassenden Initiative zur Senkung der Arzneimittelpreise in den USA. Im Mai letzten Jahres hatte die US-Regierung die Umsetzung eines "Most Favored Nation (MFN)"- Prinzips angekündigt. Danach sollen sich die US-Arzneimittelpreise an denen vergleichbarer Länder orientieren. Deutschland gilt dabei explizit als Referenzland.
"TrumpRx schafft Fakten und zeigt einmal mehr, mit welchem Tempo und mit welcher Entschlossenheit die angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden. Die amerikanische Preispolitik setzt die deutschen Pharmaunternehmen mit US-Geschäft unter Druck. Die Marktmacht und Exportintensität in die USA sind zu groß, als dass Deutschland von TrumpRx nicht massiv betroffen wäre", warnt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.
"Unternehmen werden ihre Preis- und Markteintrittsstrategien zwangsläufig neu bewerten müssen - mit der Folge, dass Deutschland bei der Einführung neuer Arzneimittel zurückfallen oder ganz leer ausgehen könnte. Wir müssen verhindern, dass die Transformation des US-Marktes zu Lasten der Patientenversorgung in Deutschland geht", so Brakmann abschließend. "Die Entwicklungen in den USA und ihre Auswirkungen auf den Pharmastandort Deutschland brauchen richtungsweisende und ressortübergreifende Antworten der Bundesregierung beim laufenden Pharmadialog."
Pharma Deutschland sieht die Gefahr, dass die rasanten Veränderungen des globalen Pharmamarktes dazu führen, dass innovative Arzneimittel später oder gar nicht in Deutschland oder Europa vermarktet werden, um niedrige Preisreferenzen zu vermeiden und den US-Preis zu schützen. Bereits heute besteht gegenüber den USA ein spürbarer Innovationsrückstand: Seit 2015 sind insgesamt über 100 Substanzen gar nicht mehr in Europa zugelassen worden. Aktuell gibt es 19 Arzneimittel mit Breakthrough-Status, die in den USA, aber nicht in Deutschland, verfügbar sind. Somit gerät die schnelle und langfristige Verfügbarkeit innovativer Arzneimittel für deutsche Patientinnen und Patienten durch TrumpRx zusätzlich unter Druck.
Quelle und Kontaktadresse:
Pharma Deutschland e.V., Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführer(in), Ubierstr. 71-73, 53173 Bonn, Telefon: 0228 957450
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