Pressemitteilung | Malteser Hilfsdienst e.V.

Ukraine: Soziale Not / Malteser warnen vor Zusammenbruch der Hilfe

(Köln) - Angesichts der sozialen, militärischen und wirtschaftlichen Entwicklung in der Ukraine, warnen die Malteser vor einem absehbaren Zusammenbruch ihrer Hilfe für bedürftige Menschen: "Arme, Kranke und Menschen mit Behinderung, die der ukrainische Malteser Hilfsdienst betreut, drohen jegliche Unterstützung zu verlieren", sagt der Vorsitzende des ukrainischen Malteser Hilfsdienstes, Pavlo Titko. Die wirtschaftliche Lage der meisten Ukrainer hat sich dramatisch verschlechtert. Auch die ukrainischen Malteser erhalten kaum noch Spenden. Zugleich wächst die Zahl der Bedürftigen, da auch staatliche Quellen wegen der schwachen Finanzlage die Unterstützung stark kürzen und die Menschen Hilfe bei den Maltesern suchen.

Die 200 ehrenamtlichen und 15 hauptberuflichen Malteser in der Ukraine unterstützen täglich 150 alte Menschen in Lemberg mit einem warmen Essen. In der Stadt Ivano-Frankiwsk begleiten und betreuen sie regelmäßig 50 Menschen mit Behinderung, drei Kinderheime in der Westukraine werden durch die Malteser baulich instandgesetzt. Bei der seit 14 Jahren stattfindenden "Nikolausaktion" erhalten Kinder aus Kinderheimen ein Geschenk. Im vergangenen Jahr konnten sich darüber 8.000 Kinder aus mehr als 50 Heimen freuen.

Neben den sozialen Diensten betreiben die ukrainischen Malteser seit Anfang Dezember zwei Feldküchen auf dem Maidan in Kiew. Bis Ende Februar wurden hier 350.000 warme Mahlzeiten und 890.000 Liter Tee ausgegeben. Die Küche ist weiterhin täglich fast rund um die Uhr im Einsatz.

Die Malteser in der Ukraine und in den benachbarten Ländern sind zu einer Ausdehnung der humanitären Hilfe bereit, sollte die weitere Entwicklung dies erforderlich machen. Bereits in den vergangenen Wochen haben die polnischen Malteser die Regierung ihres Landes bei der Evakuierung von Verletzten unterstützt, die zur Behandlung in verschiedene Krankenhäuser in Polen gebracht wurden. Die deutschen Malteser unterhalten bereits seit der großen Hungersnot 1990 einen engen Kontakt zur Ukraine. Die auf dem Maidan eingesetzten Feldküchen stammen aus den Anfangsjahren der Zusammenarbeit mit den Partnergliederungen in Deutschland.

Quelle und Kontaktadresse:
Malteser Hilfsdienst e.V. Dr. Claudia Kaminski, Pressesprecherin Kalker Hauptstr. 22-24, 51103 Köln Telefon: (0221) 9822-01, Fax: (0221) 9822-78391

(cl)

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