Umverteilung/ Starke stützen Schwache
(Köln) - In Deutschland finanzieren vor allem die einkommensstarken Haushalte den Sozialstaat – und bekommen so gut wie nichts aus den Transferkassen zurück. So zahlen die oberen drei Zehntel der Haushalte mit den höchsten Einkommen aus Erwerbstätigkeit, Vermögen, Vermietung und Verpachtung 61,9 Prozent aller Steuern und Abgaben und erhalten im Gegenzug 10,7 Prozent aller Transferleistungen – angefangen von Kindergeld über ALG II bis hin zu Renten. Umgekehrt erhält das einkommensschwächste Drittel fast 60 Prozent aller Transferzahlungen und schultert nur 5 Prozent aller Steuern und Sozialabgaben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die auf Zahlen der Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2003 aufsetzt.
Danach müssen zum Beispiel die Haushalte mit den höchsten Einkommen von im Schnitt 10.100 Euro im Monat fast die Hälfte ihres Salärs in Form von Einkommenssteuern und Sozialabgaben an den Staat abführen, nämlich 4.450 Euro. An staatlichen Zuwendungen fließen ihnen aber nur 270 Euro zu. Haushalte am unteren Ende der Einkommenspyramide dagegen, die gerade einmal gut 700 Euro im Monat verdienen, zahlen zwar zusammen mit ihrem Arbeitgeber 380 Euro in die Kassen der Sozialversicherung – sie erhalten vom Staat jedoch knapp 2.000 Euro an Geldtransfers.
Nicole Horschel, Jochen Pimpertz, Christoph Schröder: Auswirkungen der monetären Umverteilung in Deutschland, in: IW-Trends 4/2007, gefördert von der Informedia-Stiftung – Gemeinnützige Stiftung für Gesellschaftswissenschaften und Publizistik Köln.
Quelle und Kontaktadresse:
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)
Pressestelle
Gustav-Heinemann-Ufer 84-88, 50968 Köln
Telefon: (0221) 4981-510, Telefax: (0221) 4981-533
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