Ungenügender Stromwettbewerb und CO2-Emissionshandel kosten die Stromkunden bis zu 10 Mrd. Euro im Jahr / Lösungsvorschläge der Industrie geben Handlungsanregungen für die Politik
(Essen) Strompreise von über 50 Euro/MWh und damit eine Preissteigerung von über 50 Prozent seit Anfang 2005 treffen die großen deutschen Stromkunden. Solche Preissteigerungen bringen zusätzliche Mrd. Euro Gewinne in die Kassen der Stromunternehmen, ohne dass dem entsprechende Zusatzleistungen gegenüberstehen. Ein Ausgleich dieser Preissteigerung auf Kundenseite ist, etwa durch Effizienzsteigerungen, unmöglich. Aus Sicht des VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft gibt es nur eine Lösung - die Politik muss den Strommarkt konsequent weiter öffnen und Handelshemmnisse konsequent abbauen.
Der VIK hat entsprechende Vorschläge zur Förderung des Stromwettbewerbs und zur Vermeidung der ungerechtfertigten CO2-Einpreisung in den Strompreis entwickelt.
Lösungsvorschläge zur Schaffung von Wettbewerb:
- Aufbau von Stromerzeugungskapazität in der Hand von neuen/unabhängigen Anbietern
- Schaffung eines funktionierenden grenzüberschreitenden europaweiten Strommarktes auch für große Mengen
- Ganz kurzfristig: Aufbau eines Grundlaststrompools für energiekostensensible Unternehmen mit langfristigen Lieferverträgen - bis der Strommarkt eine wettbewerbsgemäße Preisbildung ermöglicht:
- Grundlastpool für industrielle Verbraucher auf Strommengenbasis
- Verbraucher können ihren Grundlastbedarf aus diesem Pool zu Kraftwerks-Vollkosten zuzüglich einer Marge decken
- Der Pool wird aus Wasser-, Braunkohle- und Steinkohlekraftwerken gespeist, die vor 1996 ans Netz gegangen sind - keine KWK-Anlagen
- Kraftwerksbetreiber werden zu gleichen Verhältnissen beteiligt, bis zur Bedarfsdeckung oder Kapazitätsausschöpfung
Lösungsvorschläge zur Beendigung der ungerechtfertigten CO2-Einpreisung :
- Zeitlich befristet Verankerung eines Einpreisungsverbots als gesonderter Tatbestand des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung in § 19 GWB oder
- Zuteilung der Zertifikate an die Versorgungsunternehmen unter Vorbehalt des tatsächlichen Bedarfs bzw. Verbrauchs (ex post-Anpassung mit Benchmarking).
Vorschläge, die nur durch Moderation und unter Druck des Staates in Gang kommen werden.
Quelle und Kontaktadresse:
VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V.
Roland Schmied, Pressesprecher
Richard-Wagner-Str. 41, 45128 Essen
Telefon: (0201) 810840, Telefax: (0201) 8108430
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