Unternehmensinsolvenzen stabilisieren sich auf hohem Niveau / Deutlicher Rückgang nur bei kräftigem Wachstum möglich
(Berlin) - Mit einem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen von etwa 5 Prozent auf rund 35.000 in diesem Jahr rechnet der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) im Zuge der konjunkturellen Belebung.In 2007 werde sich die konjunkturelle Dynamik bereits wieder verlangsamen, erklärt der BVR in seinem aktuellen Konjunkturbericht. Das Wachstumspotenzial Deutschlands liege derzeit nur noch bei 1 Prozent. Damit drohe die Gefahr, dass die Insolvenzen auch zukünftig auf hohem Niveau verharrten.
Konjunktur in 2006 von Sondereinflüssen geprägt
Konjunkturell angespannte Zeiten belasteten die Umsatzentwicklung der Unternehmen und somit auch ihre Ertragslage und ihre Zahlungsfähigkeit. Im Nachgang des Anziehens der deutschen Konjunktur in 2004 und im Zuge der in 2005 langsam einsetzenden Erholung der Binnenwirtschaft sei die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in 2005 um 6 Prozent zurückgegangen. Ein Großteil des deutschen Wirtschaftswachstums werde jedoch nach wie vor vom Export getragen, so der BVR.
Die Investitionen zögen zwar an, der private Konsum wachse in 2006 aber in erster Linie aufgrund von Sondereffekten wie der Fußballweltmeisterschaft und Vorzieheffekten im Zuge der Anfang 2007 anstehenden Mehrwertsteuererhöhung. Im nächsten Jahr würden dann die bereits getätigten Käufe und weiter stagnierende verfügbare Realeinkommen den privaten Konsum drücken. Damit sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen weiter in Richtung eines niedrigeren Niveaus bewegen könne, sei eine Stärkung der wirtschaftlichen Wachstumskräfte notwendig. Dazu seien Reformen im Bereich der Sozialversicherungen, des Niedriglohnsektors und der Unternehmensbesteuerung unumgänglich. Die Politik müsse ihren Ankündigungen endlich Taten folgen lassen.
Insolvenzentwicklung ist branchenabhängig
Von der positiven Entwicklung des deutschen Außenhandels profitiere besonders das Verarbeitende Gewerbe. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen werde hier in 2006 nach Einschätzung des BVR wie auch schon im vergangenen Jahr überdurchschnittlich abnehmen. Im Zuge des Abflachens der Konsolidierungsphase im Bau und eines gestoppten Rückgangs der Bauinvestitionen gingen die Insolvenzen auch im Baugewerbe weiter zurück. Die Situation im Einzelhandel stabilisiere sich zumindest im laufenden Jahr durch die Sondereffekte beim privaten Konsum. Weniger gut sehe die Entwicklung der Insolvenzen der Dienstleister aus. In diesem sehr dynamischen Bereich mit vielen jungen Branchen würden Unternehmen gegründet und Konzepte erprobt, die sich in der Praxis erst beweisen müssten. Vermehrte Insolvenzen könnten die Folge sein.
Quelle und Kontaktadresse:
BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V., Hauptgeschäftsstelle
Melanie Schmergal, Pressesprecherin
Schellingstr. 4, 10785 Berlin
Telefon: (030) 20210, Telefax: (030) 20211900
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