Unzureichende Versorgungslage - Lebererkrankungen auf dem Vormarsch
(Ulm) - Spezialisten für Lebererkrankungen warnen: Die alternde Gesellschaft, Lebensstilbesonderheiten und die epidemische Ausbreitung von Stoffwechselerkrankungen rücken Lebererkrankungen in ein neues Licht. Neue Risiken mit gravierenden Folgen für die Lebergesundheit werden zu einem immer relevanteren Problem der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Darauf sind wir schlecht vorbereitet.
Die jüngste Erfolgsgeschichte in der Behandlung der Hepatitis C bedeutet nicht, dass Leberzirrhose und Leberkrebs der Vergangenheit angehören. Der Siegeszug über diese virale Infektion unseres zentralen Verdauungsorgans ist keine pauschale Entwarnung. Mit der um sich greifenden Fettlebererkrankung kommen neue Versorgungsaufgaben auf das Gesundheitssystem zu.
Über ihren Berufsverband (bng) bemühen sich die niedergelassenen Leberärzte (Hepatologen) seit Jahren um die Etablierung qualifizierter ambulanter Versorgungsstrukturen. So sind bundesweit inzwischen 112 Praxen als „Hepatologische Schwerpunktpraxen im bng“ zertifiziert. Dennoch fehlt es an vernetzten Strukturen und Behandlungsangeboten.
Ein großes Problem für die Stärkung der Versorgungsstrukturen sind fehlende oder ungenügende Möglichkeiten, Diagnose- und Therapieformen mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen zu können. So wird beispielsweise die Lebersteifigkeitsmessung (Elastographie) überhaupt nicht erstattet, obwohl der damit bestimmte Fibrosegrad der Leber das ausschlaggebende Kriterium für die einzige bisher verfügbare medikamentöse Behandlung der Fettleber ist.
Quelle und Kontaktadresse:
Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen Deutschlands e.V. (bng), Holdergärten 13, 89081 Ulm, Telefon: 09421 88500
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