VCD zum G-8-Gipfel in Heiligendamm / Kerosinsteuer bringt 27 Milliarden US-Dollar
(Berlin/Heiligendamm) - Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) hat die Regierungschefs der G-8-Staaten dazu aufgerufen, die Einführung einer internationalen Kerosinsteuer zum Schutz des Klimas und zur Aufstockung der Entwicklungshilfe in ihr Abschlussdokument aufzunehmen. Nach Berechnungen des VCD könnten schon durch eine Minimalsteuer von 0,125 Euro pro Liter Kerosin rund 20 Milliarden Euro bzw. 27 Milliarden US-Dollar pro Jahr eingenommen werden. Dieses Geld könnte dazu verwendet werden, die beim letzten G8-Treffen in Gleneagles versprochene Erhöhung der jährlichen Entwicklungshilfe um 50 Milliarden US-Dollar bis 2010 umzusetzen. Gleichzeitig würde eine solche Steuer die klimaschädlichen CO2-Emissionen aus dem Flugverkehr um rund zehn Prozent mindern.
Monika Ganseforth vom VCD-Bundesvorstand: Die Kerosinsteuer bringt dreifach Nutzen: Es steigt der Anreiz, sparsamere Flugzeuge zu bauen, die erhöhten Ticketpreise schwächen die Zunahme des Flugverkehrs ab und mit den Einnahmen kann den Entwicklungsländern bei ihren Bemühungen zur Anpassung an den Klimawandel geholfen werden."
Die internationale Steuerbefreiung von Kerosin geht auf zahlreiche bilaterale Verträge in Folge des Chicagoer Abkommens im Jahr 1944 zurück. Dadurch sollte in der Nachkriegszeit der Flugverkehr als Verkehrsträger gefördert werden. Inzwischen stelle der Luftverkehr jedoch ein gravierendes Klimaproblem dar. So habe sich dieser seit 1970 verfünffacht und nehme weiterhin jährlich um fünf Prozent zu. Allein durch die zivile Luftfahrt würden derzeit pro Jahr ungefähr 130 Millionen Tonnen Kerosin verbraucht und damit rund 400 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt. Nach Angaben des Weltklimarats IPCC wird sich der Anteil des Luftverkehrs an der globalen Klimaerwärmung ohne Gegenmaßnahmen von 3,5 Prozent im Jahr 1992 auf 15 Prozent in 2050 erhöhen.
Gerald Meyer, VCD-Experte für Flugverkehr: Es ist klimapolitisch irrsinnig und aus wirtschaftlicher Sicht völlig überholt, dass Flugzeuge weiterhin steuerfrei um die Welt fliegen dürfen. Wir fordern deshalb die mächtigsten acht Industriestaaten als Hauptverursacher des Klimawandels auf, die Initiative für eine weltweite Kerosinsteuer zu ergreifen. An einem solchen Votum käme die zuständige internationale Flugbehörde der Vereinten Nationen, die ICAO, dann nicht mehr vorbei."
Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband
Almut Gaude, Pressesprecherin
Kochstr. 27, 10969 Berlin
Telefon: (030) 2803510, Telefax: (030) 28035110
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