Pressemitteilung | Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD)
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VDA verklärt Klimabilanz der deutschen Autoindustrie / VCD: Herstellerverband rechnet sich die Welt schön / Autobauer noch weit von eigenen CO2-Zielen entfernt

(Berlin) - Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) wirft dem Verband der Automobilindustrie (VDA) vor, mit Zahlenspielen vom großen Rückstand der deutschen Autobauer beim Klimaschutz ablenken zu wollen. Bei seiner heutigen Präsentation in Berlin habe der Verband versucht, eine geringfügige Verbesserung der CO2-Bilanz der im Vorjahr in Deutschland von deutschen Herstellern verkauften Fahrzeuge um zwei Prozent als großen Erfolg zu darzustellen. Dabei spiele der Verband herunter, dass die deutschen Hersteller gegenüber der ausländischen Konkurrenz immer noch um durchschnittlich zehn Gramm CO2 pro Kilometer hinterherhinkten, das entspreche rund sieben Prozent.

„Der VDA rechnet sich die Welt schön. Fakt bleibt, dass insbesondere die deutsche Autoindustrie immer noch meilenweit von dem Klimaversprechen entfernt ist, das sie gemeinsam mit den europäischen Herstellern 1998 abgegeben hat", kritisiert Hermann-Josef Vogt vom VCD-Bundesvorstand. Damals hatten die europäischen Hersteller zugesagt, den durchschnittlichen CO2-Ausstoß von Neuwagen bis 2008 auf 140 g/km zu senken. Vogt: „Heute liegen die deutschen Hersteller mehr als 20 Prozent oder in absoluten Zahlen ausgedrückt 30 Gramm CO2 pro Kilometer über den Zusagen."

Auch die VDA-Kritik an den von der EU-Kommission vorgeschlagenen CO2-Grenzwerten weist der VCD vehement zurück. „Der VDA hat nicht den leisesten Grund, jetzt das große Klagelied über die Klimapolitik der EU anzustimmen", erklärt Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. „Schließlich hatten es die Hersteller selbst in der Hand, ihre Modellpalette leichter und effizienter zu machen. Statt dessen haben sie vor wenigen Jahren begonnen, mit schweren Luxus-Geländewagen, sogenannten SUVs, eine ganz neue Kategorie von unverantwortlichen Spritfressern auf den Markt zu bringen."

Beispielhaft für die Ignoranz gegenüber jeder Verpflichtung zum Klimaschutz stehe der VW-Konzern, der 2002 den VW Touareg und 2006 den Audi Q7 herausgebracht habe. Diese schweren Geländewagen verbrauchen je nach Motorisierung im Durchschnitt bis zu 16 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern und stoßen dementsprechend bis weit über 300 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Gleichzeitig habe der Konzern 2005 die Produktion der Drei-Liter-Autos VW Lupo 3L und Audi A2 1.2 TDI 3L mit der fortschrittlichsten Technologie und dem mit 80 g/km niedrigsten CO2-Ausstoß auf dem Automarkt eingestellt. Lottsiepen folgert: „An diesem Beispiel wird deutlich, dass man Klimaschutz nicht allein den Unternehmen überlassen kann. Angesichts der globalen Bedrohung durch den Klimawandel sind klare gesetzliche Vorgaben zur Treibhausgasminderung für Autohersteller unerlässlich."

Ein detailliertes Hintergrundpapier mit VCD-Bewertung des EU-Vorschlags und Beispielen steht im Internet unter www.vcd.org/klimaschutz0.html zum Download.

Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband Almut Gaude, Pressesprecherin Kochstr. 27, 10969 Berlin Telefon: (030) 2803510, Telefax: (030) 28035110

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