ver.di gegen Kahlschlag bei Ost-Kirchen
(Berlin) - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) wendet sich gegen die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) geplante massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in Ostdeutschland. Gerade von den Kirchen erwartet man eine bundesweite Solidarität untereinander. Stattdessen soll die Trennung zwischen West und Ost dauerhaft festgeschrieben werden, kritisiert ver.di-Kirchenexpertin Renate Richter die EKD.
Deren Plänen zufolge sollen sowohl Arbeitszeitverkürzungen auf 36 Wochenstunden als auch Verlängerungen bis zu 43 Stunden ohne Lohnausgleich möglich sein. Außerdem sollen zuschlagsfreie Überstunden nach Bedarf angeordnet sowie Lohnkürzungen von bis zu zehn Prozent in Notlagen verfügt werden können. Diese und weitere Klauseln sieht der von der EKD vorgelegte Entwurf für eine Kirchliche Arbeits- und Dienstvertragsordnung (KADO Ost) vor, der in Mecklenburg, Pommern, Anhalt, Thüringen, Sachsen und in der Kirchenprovinz Sachsen gelten soll. Gespräche über die Einführung der KADO Ost führt die Kirche seit Mai. Als nächster Termin ist der 31. August vorgesehen. Zustimmen müssen auch die innerkirchlichen Arbeitsrechtlichen Kommissionen.
Für besonders schwerwiegend hält ver.di die in der KADO Ost vorgesehene Anhebung der Unkündbarkeitsschwelle vom 40. auf das 50. Lebensjahr. Das bedeutet angesichts des strukturellen Personalabbaus für langjährig Kirchenbeschäftigte ein hohes Kündigungsrisiko. Will die Kirche nicht mehr sein als ein normaler Arbeitgeber?, fragt ver.di-Kirchenexpertin Richter.
Auch wird die vorgelegte Gehaltstabelle von den Beschäftigten als völlig unzureichend empfunden: Die beabsichtigte Absenkung von derzeit 92,5 Prozent auf nur noch 90 Prozent des Westniveaus ist angesichts gleicher Arbeits- und Lebensverhältnisse eine Zumutung, die man gerade der Kirche nicht zutrauen sollte, betont Richter.
Stattdessen solle die EKD endlich ernsthaft die Übernahme des Tarifrechts für den öffentlichen Dienst (TVöD) prüfen. Mit dem neuen Tarifrecht ließen sich viele strukturelle Probleme der Kirchen besser lösen.
Quelle und Kontaktadresse:
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft e.V., Bundesvorstand
Harald Reutter, Pressesprecher
Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
Telefon: (030) 69560, Telefax: (030) 69563956
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