ver.di: Nutzentgeltregulierung kann Strompreise nicht senken / Gewerkschaft warnt vor Auswirkungen auf Kommunalhaushalte
(Berlin) - Die Kürzung der Entgelte für die Höchstspannungsnetze der Stromversorger RWE und EnBW um acht bzw. neun Prozent durch die Bundesnetzagentur wird nach Auffassung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) keine Vorteile für die Verbraucher bringen. Die Einsparung bei der Stromrechnung beträgt nach unseren Berechnungen für einen Haushaltskunden etwa vier Euro im Jahr, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott. Den Anstieg der Strompreise kann man so nicht wirkungsvoll dämpfen.
Gefahren sieht Ott dagegen für die 700 kommunalen Stadtwerke, denen eine Kürzung bis 20 Prozent ins Haus steht. Da mit den Gewinnen der Stadtwerke kommunale Einrichtungen mitfinanziert werden, kommen die Haushalte der betroffenen Städte und Gemeinden weiter unter Druck, sagte Ott. Schlimmstenfalls würden die Kommunen ihre Netze verkaufen, weil Geld für notwendige Zukunftsinvestitionen fehlt.
Die Energieversorgungsunternehmen könnten zudem mit Personalreduzierungen auf die Kürzung reagieren, um ihre Rendite nicht zu gefährden, befürchtet der Gewerkschafter.
Erhard Ott wies darauf hin, dass die Entgelte nur einen geringen Teil der Stromkosten ausmachen. 40 Prozent sind Steuern und Abgaben, mehr als ein Drittel betragen Brennstoffkosten, die in den letzten Monaten stark angestiegen sind.
Quelle und Kontaktadresse:
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft e.V., Bundesvorstand
Harald Reutter, Pressesprecher
Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
Telefon: (030) 69560, Telefax: (030) 69563956
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