Pressemitteilung | ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
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ver.di setzt medienpolitischen Impuls / Neu gegründete Fachgruppe Medien bündelt / Kräfte von 45.000 Mitgliedern in Presse, Rundfunk und Film

(Berlin) - „Hier soll das Herz der Medienpolitik von ver.di schlagen“, ist das Motto der neuen Fachgruppe Medien in ver.di, die am Wochenende in Berlin gegründet wurde. Das beschlossen die Vertreter von 45.000 Beschäftigten aus den Bereichen Presse, Rundfunk und Film, die sich auf Bundeskonferenzen vom 2. bis 4. März am ver.di-Sitz über die Fusion der bisherigen Fachgruppen Rundfunk, Film und audiovisuelle Medien (RFAV) und der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) einigten. Dabei wird die dju als eigenständige Berufsgruppe in der Fachgruppe Medien die berufspolitischen und ethischen Interessen der Journalisten aller Medien vertreten.

„Die Bündelung der Kräfte in der neuen Fachgruppe Medien ist die richtige Antwort auf die Entwicklung der Medienwirtschaft“, begründete der stellvertretende Vorsitzende von ver.di, Frank Werneke, den Zusammenschluss. Zugleich brauche der „Medienbereich als einer der zentralen Wachstumsfelder innerhalb der großen Dienstleistungsgewerkschaft“ nicht weniger, sondern mehr fachspezifische und berufliche Konturen. Als wesentlichen Unterschied zu Berufsorganisationen bezeichnete Werneke das „gesellschaftspolitische Mandat“ für gewerkschaftliche Medienpolitik. Die sei angesichts der derzeitigen Marktumbrüche in der Medienwirtschaft dringend geboten, um funktionierende Medien in einer demokratischen Gesellschaft auch künftig zu erhalten.

Einen „medienpolitischen Impuls“ und aktive Mitgestaltung von Reformprozessen im Mediensektor bezeichnete der medienpolitische Referent Martin Dieckmann in seinem Grundsatzreferat beim Fusionskongress als zentrale Aufgabe der Fachgruppe Medien. Dabei gehe es nicht allein um die Interessenvertretung für die Beschäftigten in den Medien und für ver.di-Mitglieder in allen Branchen, sondern auch um den Einsatz für das Bürgerrecht auf demokratische Medien und Kommunikation. Für die derzeitigen und kommenden medienpolitischen Reformdebatten in Deutschland brauche ver.di einen in sich schlüssigen Gesamtansatz. Der müsse mit „Herz und Hirn“ entwickelt werden, bedürfe in der Umsetzung „Leidenschaft und Umdenken“, appellierte Dieckmann.

Mit konkreten Beschlüssen bestimmten die 117 Delegierten die ersten konkreten Arbeitsaufgaben der neuen Medien-Fachgruppe. Dazu gehören Maßnahmen gegen die sich ausbreitenden prekären Arbeitsverhältnisse in der gesamten Medienbranche, insbesondere Auslagerungen und Leiharbeit in Redaktionen und Sendern. Damit würden massiv tarifliche Standards unterlaufen und die Qualität von Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehprogrammen gesenkt. Gegen die grassierenden Ausnutzung von Praktikanten richtet sich eine von Nachwuchs-Journalisten initiierte Kampagne. Wichtige Projekte und Initiativen von ver.di im Medienbereich wie connexx-av. und die Interessensvertretung von Selbständigen sollen von der neuen Fachgruppe vernetzt und damit kraftvoller fortgesetzt werden.

Zum Vorsitzenden der neuen Fachgruppe Medien in ver.di wurde Werner Ach aus dem Sendeverband ZDF gewählt. Stellvertretende Vorsitzende wurde Renèe Möhler aus der dju, freie Journalistin beim Saarländischen Rundfunk. Der paritätisch besetzte Bundesvorstand der Fachgruppe Medien besteht aus 14 Mitgliedern.

Malte Hinz (Westfälische Rundschau) ist neuer Vorsitzender der Berufsgruppe dju. Stellvertreter sind Renèe Möhler und Manfred Protze (dpa).

Quelle und Kontaktadresse:
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft e.V., Bundesvorstand Pressestelle Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin Telefon: (030) 69560, Telefax: (030) 69563956

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