ver.di vereinbart Beschäftigungssicherung und Standorterhalt mit Versicherer Ergo / Einigung soll Vorbild für branchenweiten Tarifvertrag Transformation werden
(Berlin) - Die Vereinte Dienstleitungsgewerkschaft (ver.di) hat mit dem Versicherungskonzern Ergo, einer Tochtergesellschaft der Munich Re, einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung und zum Standorterhalt abgeschlossen. Die Vereinbarung gilt fünf Jahre lang bis zum 31. Dezember 2030 und soll die vom Unternehmen geplante Transformationsphase hin zu mehr Digitalisierung und neuer Arbeitsorganisation sozial abfedern.
Die Ergo, einer der größten deutschen Erstversicherer, hat derzeit knapp 17.000 Beschäftigte und plant im Zuge der Transformation den Abbau von tausend Stellen, insbesondere durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Kundenbetreuung. Der Tarifvertrag, den ver.di-Vertreterinnen und der Ergo-Vorstand am Mittwoch unterzeichneten, sieht bis Ende 2030 den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und den Erhalt großer Verwaltungsstandorte des Unternehmens in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Mannheim, München und Nürnberg vor.
„Transformation braucht feste soziale Leitplanken“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Deniz Kuyubasi am Donnerstag. „Mit dem neuen Tarifvertrag für einen sozialen Ordnungsrahmen bei der Ergo ist genau das gelungen: Bis Ende 2030 wird es weder betriebsbedingte Beendigungskündigungen noch Standortschließungen geben, dafür aber gezielte Qualifizierungsangebote. Das schafft Planungssicherheit für die Beschäftigten und ist ein starkes Signal auch für andere Unternehmen der Branche mit ähnlichen Strategieplanungen.“ Kuyubasi betonte, dass ver.di die konkrete Umsetzung des Tarifvertrags jederzeit konstruktiv, aber auch kritisch begleiten werde.
Die Gewerkschafterin kündigte an, dass ver.di ab Ende März mit dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) über einen allgemeinen Tarifvertrag für die Transformationspläne der Branche insgesamt verhandeln werde. „Nicht nur die Beschäftigten brauchen klare Perspektiven, was auf sie zukommt – auch die Unternehmen sind auf ihre Fachkräfte angewiesen, die sie im Veränderungsprozess motivieren und mitnehmen müssen.“
Der Einsatz neuer Technologien und digitaler Prozesse könne zu modernen, attraktiven Arbeitsplätzen führen, berge aus Sicht der Beschäftigten aber auch große Risiken, wie Abbau und Auslandsverlagerung von Jobs, Arbeitsverdichtung und rasanter Kompetenzwandel. „Ein Tarifver¬trag Transformation bedeutet: Wir wollen die Zukunft gemeinsam gestalten, damit nicht nur die Markterfordernisse im Blick bleiben, sondern ebenso die Interes¬sen der Beschäftigten.“ ver.di will in den anstehenden Tarifverhandlungen, die am 26. März 2026 in München beginnen, Regelungen zur Beschäftigungs¬sicherung, zur Senkung der Arbeitsbelastung und ein tarifvertragliches Recht auf Qualifizierung fordern.
Quelle und Kontaktadresse:
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin, Telefon: 030 6956-0
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