Pressemitteilung | Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD)
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Verkehrssicherheit in Deutschland / Experten diskutieren über Wege zu Null Verkehrstoten / VCD will »Vision Zero« für Deutschland

(Berlin) - Jede Woche ein Zugunglück im Ausmaß von Eschede im Jahr 1998, monatlich drei Flugzeugabstürze wie der vor zwei Wochen in der Ukraine - und das allein in Deutschland: Ein derartiges Szenario ist nicht annähernd vorstellbar. Doch das Bild entspricht der blutigen Opferbilanz im Straßenverkehr. Im vergangenen Jahr kamen 5361 Menschen auf deutschen Straßen ums Leben, rund 440000 wurden verletzt. „Wenn es um den Straßenverkehr geht, scheinen alle gängigen Maßstäbe außer Kraft gesetzt zu sein. Wie wäre es sonst zu erklären, dass jeden Tag 15 Menschen auf unseren Straßen sterben, ohne dass ein Aufschrei durch die Öffentlichkeit geht?“, fragt Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender.

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) zeigt mit dem Konzept »Vision Zero - Null Verkehrstote« einen Weg aus dem täglichen Sterben und will diesen Ansatz nach Deutschland bringen. Deshalb hat der Umwelt- und Verbraucherverband heute in Berlin Expertinnen und Experten geladen, um über den Weg zu Null Verkehrstoten zu diskutieren. „Vision Zero bedeutet, den bisherigen Denkansatz umzukehren“, erläutert Thomas Kirpal, Referent für Verkehrssicherheit beim VCD, die Kernidee des Konzeptes. „Bisher gilt: Der Verkehr ist wie er ist, der Mensch muss sich anpassen und im Zweifelsfall die tödlichen Folgen eines Fehlers hinnehmen. Vision Zero heißt dagegen: Der Verkehr wird dem Menschen angepasst und so ungefährlich gemacht, dass selbst Fehler keine tödlichen Konsequenzen mehr haben.“

Um Vision Zero umzusetzen, müssten sich zunächst alle Akteure - von den einzelnen Verkehrsteilnehmern über die Vertreter von Fahrzeugindustrie, Straßenbaubehörden und Polizei bis hin zu den verantwortlichen Politikern - auf den Grundsatz einigen, dass Leben und Gesundheit im Straßenverkehr Vorrang vor allem anderen habe. Aus dieser Vereinbarung folge dann eine Vielzahl koordinierter Maßnahmen. Dazu gehörten beispielsweise eine bessere Fahrausbildung, weniger gefährliche Fahrzeugfronten, bauliche Entschärfung von Unfallschwerpunkten, mehr Verkehrskontrollen oder weitreichende Tempolimits.

Länder wie Schweden, Großbritannien, die Niederlande oder die Schweiz zeigen bereits, wie die Vision von Null Verkehrstoten handfeste Politik werden kann. Sie haben entsprechende Regierungsprogramme verabschiedet. Kirpal: „Die europäischen Nachbarn haben erkannt, dass es nicht reicht, hier und da herumzudoktern und zu hoffen, dass die Verkehrsopferzahlen durch technische Fortschritte weiter sinken. Wir brauchen auch in Deutschland diese neue Verkehrssicherheitspolitik. Deshalb macht sich der VCD für Vision Zero stark. Dass wir mit unserem Anliegen nicht alleine sind, zeigen die engagierten Beiträge auf der heutigen Veranstaltung.“

Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband Daniel Kluge, Pressesprecher Kochstr. 27, 10969 Berlin Telefon: (030) 2803510, Telefax: (030) 28035110

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