Verlust von fast 30.000 Arbeitsplätzen in den letzten zwei Jahren
(München) - „Nachdem sich die wirtschaftliche Lage sowie auch die Stimmung in Bayerns größtem Industriezweig, der Metall- und Elektroindustrie, in der zweiten Jahreshälfte 2025 vorsichtig stabilisiert hatten, sorgt der Iran-Krieg seit März für eine erneute wirtschaftliche Zäsur. Fakt ist: Geopolitische Krisen haben die bayerische M+E Industrie weiter fest im Griff, denn zwei Drittel ihrer Umsätze macht sie auf Auslandsmärkten“, fasst Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm, das zentrale Ergebnis des aktuellen M+E Konjunkturreports der Verbände zusammen und ergänzt: „Zusätzlich zu den globalen Herausforderungen kämpfen die Unternehmen auch damit, dass die Standortbedingungen im Inland nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Wir brauchen aber attraktive Rahmenbedingungen, um in einer Weltwirtschaft im Wandel bestehen zu können.“
Die Produktion in der M+E Industrie lag im ersten Quartal 2026 um vier Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Auffällig ist das kräftige Plus von rund zehn Prozent beim sonstigen Fahrzeugbau, der von einer konstant hohen Nachfrage nach zivilen Luftfahrzeugen sowie steigenden Ausgaben für Rüstungsgüter profitiert. Bei den beiden größten Wirtschaftszweigen der M+E Industrie, der Kfz-Industrie und des Maschinenbaus, gab es dagegen weitere Einbußen. Der Output sank bei beiden Branchen jeweils um rund acht Prozent. Diesen Rückgang konnte auch der Anstieg beim sonstigen Fahrzeugbau nicht kompensieren. „Die wirtschaftliche Stabilisierung der M+E Industrie war nicht nachhaltig, die Talfahrt setzt sich fort. Die Lage ist dramatisch. Einen Lichtblick bilden zumindest die Neuaufträge, die seit einiger Zeit vorsichtig aufwärtsgerichtet sind. Das Auftragsvolumen verharrt zugleich auf niedrigem Niveau, die Betriebe kämpfen weiter mit Überkapazitäten.“
Der Beschäftigungsabbau in der M+E Industrie hielt im ersten Quartal 2026 an. Gegenüber dem Vorquartal sank die Zahl der Beschäftigten um 0,3 Prozent. Seit dem letzten Höchststand im Januar 2024 gingen fast 30.000 Stellen verloren. Aktuell zählt die bayerische M+E Industrie rund 845.000 Beschäftigte. Dazu Brossardt: „Wir erwarten, dass sich der Abbau von Arbeitsplätzen in den kommenden Monaten fortsetzt. Die Kurzarbeit sinkt ebenfalls. Das mag auf den ersten Blick überraschend sein, die Ursache ist jedoch alarmierend: Da die Krise so lange anhält, bleibt vielen Betrieben nur noch die Möglichkeit, Beschäftigung abzubauen, statt sie mithilfe des Kurzarbeitergelds zu halten.“
bayme vbm fordern daher grundlegende und umfassende Reformen. „Bis zum Sommer muss die Bundesregierung den Reform-Turbo zünden, um den Dauerstillstand der vergangenen Jahre zu beenden. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Auf der anderen Seite müssen auch die Gewerkschaften erkennen, dass die hohen Arbeitskosten zu unseren größten Wettbewerbsnachteilen gehören. Sie hemmen Investitionen und erhöhen den Verlagerungsdruck. Es braucht jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung, damit wir im sich stark verändernden globalen Wettbewerb bestehen können“, so Brossardt.
Quelle und Kontaktadresse:
bayme - Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e.V. / vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V., Felix Fend, Max-Joseph-Str. 5, 80333 München, Telefon: 089 55178-100
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