Pressemitteilung | Freier Verband Deutscher Zahnärzte e.V.

Vertragsarztrechtsänderungsgesetz: Frontalangriff auf die freie Praxis

(Berlin) - Das so genannte Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄG), das derzeit im Bundesgesundheitsministerium erörtert wird, ist nach Ansicht des Bundesvorstandes des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte ein frontaler Angriff auf die freiberuflichen Praxen in der ambulanten Versorgung der Bevölkerung. Dr. Karl-Heinz Sundmacher, Bundesvorsitzender des Freien Verbandes, fügt hinzu: "Dieses Gesetz läutet das Sterbeglöckchen für viele freie und selbstständige Praxen."

Der Freie Verband kann in den im Gesetzentwurf vorgesehenen Flexibilisierungen keine wirkliche Liberalisierung der Berufsausübung erkennen. So werden z.B. die Kassen(zahn)-ärztlichen Vereinigungen bürokratische Akrobatik vollführen müssen, um Bedarfsplanung, Zulassungen und das Leistungsgeschehen, wie von ihnen gefordert, organisieren und kontrollieren zu können. Sundmacher: "So ein überreguliertes System kann nur durch Schaffung neuer bürokratischer Strukturen und zu Lasten freiberuflicher Elemente 'funktionieren'. Für eine wirkliche Liberalisierung des Vertragsarztrechtes muss das Bedarfsplanungs-, Zulassungs- und Honorierungssystem grundsätzlich in Frage gestellt werden - das geschieht aber nicht."

Äußerst kritisch bewertet Sundmacher die mittelfristigen Auswirkungen des VÄG auf die medizinische Versorgung der Bürger. Die Weichen würden eindeutig in Richtung große Versorgungszentren gestellt. Die dem Patienten vertraute wohnortnahe Praxis werde dagegen massiv benachteiligt. Der Patient werde in absehbarer Zeit nicht mehr zu seinem Arzt "um die Ecke" oder in der nächsten Straße gehen können, sondern zum diensthabenden Arzt ins nächste Ärztezentrum fahren müssen.

Sundmachers Fazit: "Ich werfe dem Bundesgesundheitsministerium vor, mit einem scheinbar nebensächlichen Gesetz die Struktur der ambulanten medizinischen Versorgung quasi im Handstreich umpflügen zu wollen. Es gehört zusammen mit der Gesundheitsreform 2006 öffentlich diskutiert. Ein solches Gesetz darf nicht separat verabschiedet werden und vorab Meilensteine für die Zukunft setzen."

Quelle und Kontaktadresse:
Freier Verband Deutscher Zahnärzte e.V. Pressestelle Mallwitzstr. 16, 53177 Bonn Telefon: (0228) 85570, Telefax: (0228) 347967

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