Pressemitteilung | VhU - Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. - Geschäftsstelle Mittelhessen
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VhU Mittelhessen Arbeitsmarktzahlen März 2026: Mittelhessen verliert Arbeitskräftepotenzial trotz Zuwanderung / Teilzeitquote auf Höchststand

(Wetzlar) - Trotz einer Nettozuwanderung von rund einer halben Million Menschen seit 2014 ist das Arbeitskräftepotenzial auch in Mittelhessen geschrumpft, während sich gleichzeitig die Teilzeitquote auf einem Höchststand von 30 Prozent befindet. Aus Sicht der mittelhessischen Geschäftsstelle der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) wächst damit der Druck, mehr Erwerbspotenzial für den Arbeitsmarkt zu mobilisieren. Grundlage sind aktuelle Auswertungen zum Arbeitskräftepotenzial und zur Entwicklung der Teilzeitquote in Hessen.

Im März 2026 waren in Mittelhessen 34.640 Personen arbeitslos, rund 800 weniger als im Vormonat. Bei uns in der Region gibt es rund 15.300 offene Stellen – trotz einer äußerst schwierigen Wirtschaftslage. Die VhU Mittelhessen sieht darin ein weiteres Signal für die zunehmende Lücke am Arbeitsmarkt.

„In unserem Arbeitsmarkt steckt noch viel ungenutztes Potenzial“, erklärte Sascha Drechsel, Geschäftsführer der VhU Mittelhessen. „Das zeigt deutlich der Anstieg der Teilzeitquote in Hessen 2025 auf 30 Prozent, was sich auch in unserer Region widerspiegelt. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, könnten mehr Menschen in Arbeit kommen. Grundlegend hierfür ist vor allem eine verlässliche Kinderbetreuung, spürbar mehr Netto vom Brutto und mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten.“ Die Politik müsse Erwerbsarbeit attraktiver machen, statt sie durch hohe Steuern und Abgaben zusätzlich zu belasten. Immer weiter steigende Beiträge müssen durch kostensenkende Strukturreformen bei den Sozialversicherungen unterbrochen werden. Zugleich müssten Land und Kommunen Kinderbetreuungsangebote als entscheidenden Standortfaktor begreifen.

Drechsel sagte weiter: „Die Entwicklung ist alarmierend: Trotz hoher Zuwanderung schrumpft das Arbeitskräftepotenzial in Hessen. Besonders betroffen in Mittelhessen sind vor allem der Vogelsbergkreis, gefolgt vom Lahn-Dill-Kreis und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf. Einzig der Wetteraukreis kann auf einen leichten Zuwachs beim Arbeitskräftepotenzial hoffen.

Gleichzeitig zu diesen Negativentwicklungen gehen mit den geburtenstarken Jahrgängen immer mehr Beschäftigte in den Ruhestand. Deshalb müssen wir jeden nur möglichen Hebel in Bewegung setzen, um diesem Problem entgegenzuwirken, zum Beispiel durch mehr Erwerbsbeteiligung und einer längeren Lebensarbeitszeit. Für mehr Spielraum in den Betrieben und für die Beschäftigten sind außerdem mehr Flexibilität im Arbeitszeitrecht nötig.“ Der Bundesgesetzgeber solle daher von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umstellen.

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