Pressemitteilung | (BfW) Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V.

^Vom Mieter zum Eigentümer - Wohnungsprivatisierung als Chance für die Altersvorsorge / "In Deutschland besteht Nachholbedarf"

(Berlin) - "Wir dürfen den gesellschaftliche Auftrag, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, nicht ausschließlich auf das Wohnen zur Miete reduzieren, sondern sollten ebenso das Wohnen im Eigentum einbeziehen. Wohnungsprivatisierung bietet einer breiten Bevölkerungsschicht erstmals die Möglichkeit, Wohneigentum zu erwerben und gleichzeitig für das Alter vorzusorgen. In Deutschland besteht aber eindeutig noch Nachholbedarf", erklärte Ira von Cölln, Bundesgeschäftsführerin des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. anlässlich des heutigen (5. Juli 2010) immobilienwirtschaftlichen Dialogs zum Thema Wohneigentum im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

"Die Diskussion um die Privatisierung von Wohnungsbeständen wurden lange Zeit durch große Paketverkäufe an Opportunity Funds oder Private-Equity-Gesellschaften dominiert. Künftig wird es vermehrt darum gehen, kleinteilige Wohnungsbestände durch spezialisierte Wohnungs- und Immobilienunternehmen zu privatisieren. Ehemalige Mieter aber auch Neuerwerber können so beim Erwerb von Wohneigentum unterstützt werden", erläuterte die BFW-Bundesgeschäftsführerin.

Unter dem Gesichtspunkt der privaten Altersvorsorge ist die Vermögensbildung durch den Erwerb von Wohneigentum besonders sinnvoll. Um die Finanzierbarkeit des deutschen Rentensystems auch in Zukunft zu gewährleisten, erfolgt die Anpassung der Rentenentwicklungen an die Verdienenden nur noch begrenzt. Die Belastungsquote älterer Menschen für Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung liegt derzeit mit 29 bis 32 Prozent deutlich über der der jüngeren Haushalte (22 Prozent). Diese Quote wird aufgrund der sinkenden Einkommen der älteren Bevölkerung weiter steigen. Wohneigentum würde hier eine deutliche Entlastung schaffen. "Besonders für mittlere bis niedrige Einkommensgruppen stellt der Kauf einer Eigentumswohnung mitunter die einzige Möglichkeit dar, Wohneigentum zu bilden. Diese Form der Eigentumsbildung muss stärker gefördert werden. Dabei kommt es besonders darauf an, dass dieses Thema kein gesellschaftliches Tabu bleibt", betonte von Cölln.

Privatisierung von Wohnungsbeständen kein Luxussegment

Die Privatisierung von Wohnungsbeständen ist kein Luxussegment. Nach Untersuchungen des BFW-Arbeitskreises "Eigentumsbildung im Bestand" wurden 75 Prozent der Wohnungen, die in den letzten Jahren an Mieter und Kapitalanleger veräußert wurden, zuvor zu maximal 6,22 Euro/m2 vermietet. "Mietern wird durch festgelegte Sozialrabatte auf den Kaufpreis oder durch günstige Finanzierungskonditionen ein Anreiz zum Kauf einer bisher gemieteten Wohnung gegeben. Die Mieter leben oft seit vielen Jahren in der Wohnung, sind mit der Umgebung vertraut, kennen die Nachbarschaft und sind an einem intakten sozialen Netzwerk interessiert", erläutert von Cölln nur einige Chancen der Wohnungsprivatisierung.

Wohnen im Eigentum rechnet sich selbst für Menschen mit geringerem und mittlerem Einkommen. Bei einer sehr moderaten Modellrechnung mit Kredit-Zinsen in Höhe von vier Prozent und einer Tilgungsrate von einem Prozent würden Wohneigentumserwerber danach bei einem Kaufpreis von 150.000 Euro und 20 Prozent Eigenkapital (30.000 Euro) 42 Jahre lang monatlich 500 Euro als Rate an ihre Bank zahlen. Die Gesamtkosten für das Wohneigentum belaufen sich damit auf circa 246.000 Euro. Vereinbarungen wie eine höhere Tilgungsrate würden den Tilgungsprozess auf bis zu 26 Jahre verkürzen. Sondertilgungen sogar noch mehr. Dem gegenüber würde ein Mieter mit einer monatlichen Kaltmiete von 500 Euro und einer jährlichen Mieterhöhung von 1,1 Prozent (entspricht Bundesdurchschnitt) nach 42 Jahren 348.000 Euro Kaltmiete zahlen. Die reine Kreditsumme ist bereits nach 18 Jahren in Mietzahlungen geflossen.

Großes Potenzial an Wohneigentumserwerbern

In Deutschland besteht ein großes Potenzial an Wohneigentumserwerbern. Deutschland ist mit einer Eigentumsquote von derzeit 43 Prozent noch immer, neben der Schweiz (35 Prozent), Schlusslicht in Europa. Auf der anderen Seite wünschen sich rund 80 Prozent der Deutschen Wohneigentum und sehen dies als wichtiges Element der Altersvorsorge.

Bestandteil der Stadtentwicklung

Wichtig ist aus Sicht des BFW außerdem, dass die Privatisierung von Wohnungsbeständen als Bestandteil integrierter Stadtentwicklungskonzepte verstanden wird. Zum einen wirkten sich dabei gemischte Bewohnerstrukturen stabilisierend auf die Nachbarschaft aus. Zum anderen seien Wohnungseigentümer nachweislich stärker um ein gepflegtes und sicheres Wohnumfeld bemüht, womit zusätzlich die Aufwertung der Wohnungsbestände einhergehe. Weiterhin setze die Eigentumsbildung von Wohnungsbeständen oftmals eine umfangreiche Sanierung voraus. Dies ermögliche, die Bestände nachhaltig energetisch sowie an Veränderungen von Nachfragestrukturen angepasst zu sanieren (barrierearmes Wohnen, Veränderung der Haushaltsgröße und damit einhergehend Veränderungen der Wohnraumaufteilung).

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW) Miriam Herke, Pressesprecherin Kurfürstendamm 57, 10707 Berlin Telefon: (030) 32781-0, Telefax: (030) 32781-299

Logo verbaende.com
NEWS TEILEN:

NEW BANNER - Position 4 - BOTTOM