Pressemitteilung | Kassenärztliche Bundesvereinigung KdÖR (KBV)
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Vor Rollout Datenschutz- und Finanzfragen klären

(Berlin) - Anlässlich der aktuellen Debatte über eine flächendeckende Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) beantwortet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wichtige Fragen zu diesem Thema und stellt den tatsächlichen Sachstand dar.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit sich die KBV konstruktiv an einer Einführung der Gesundheitskarte beteiligt?

Für die KBV gelten drei Prämissen.

Die eGK
- darf weder zum „gläsernen Patienten“ noch zum „gläsernen Arzt“ führen. Der Datenschutz hat höchste Priorität.
- muss für die Ärzte kostenneutral sein.
- darf nicht zu einem Mehr an Bürokratie in den Praxen führen.

Wird es schon im Frühjahr 2008 ein bundesweites Rollout der eGK geben?

Nein, das stimmt so nicht. Es wird zwar mit einem Rollout begonnen. Dieser wird sich aber voraussichtlich mindestens über das gesamte Jahr 2008 hinziehen.

Richtig ist, dass die Gesellschafter der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) diese beauftragt haben, einen Plan für das bundesweite Rollout der Gesundheitskarte zu erstellen. Dieser Plan soll bis Ende September vorliegen.

Die Planungen beruhen auf einer Gesundheitskarte, die von ihrer Funktionalität her identisch ist mit der heutigen Krankenversichertenkarte (KVK). Sie enthält keine zusätzlichen Daten. Einziger Unterschied: Die Gesundheitskarte ist mit einem Bild des Versicherten versehen. Im Prinzip handelt es sich also um eine KVK mit Bild. Eine Krankenversichertenkarte mit Bild ist eine alte Forderung der Ärzteschaft gewesen, um den Missbrauch der Chipkarte zu verhindern.

Wie sieht es mit Lesegeräten für die Ärzte aus?

Bevor es zu einem Rollout der Gesundheitskarte mit Bild kommt, benötigen die Ärzte neue Lesegeräte. Diese Geräte können sowohl die derzeitige Krankenversichertenkarte als auch die Gesundheitskarte einlesen. Diese Terminals sind ebenso für spätere Funktionen der eGK geeignet, wenn die Online-Anwendungen kommen. Es kann also keine sanftere Ablösung der jetzigen Karte durch die eGK geben. Wichtig ist auch, dass sich bei den Abläufen in der Praxis für den Arzt nichts ändert.

Die Einführung der Lesegeräte wird für die Ärzte kostenneutral erfolgen. Dies werden wir mit den Krankenkassen im Rahmen einer Finanzierungsvereinbarung aushandeln.

Was denkt die KBV über die flächendeckende Einführung der eGK?

Grundsätzlich befürworten wir einen Start des Rollouts, allerdings nur unter den oben beschriebenen Bedingungen. Entscheidend ist, dass Finanzierungs- und Datenschutzfragen vor der Einführung geklärt sind.

Macht das Rollout die Tests nicht überflüssig?

Nein, ganz im Gegenteil!

Die Tests sind jetzt wichtiger denn je, denn die eGK soll ja viel mehr bieten, als die bisherige Krankenversichertenkarte. Die derzeit laufenden Testphasen werden die Stärken und Schwächen der Gesundheitskarte aufdecken. Die Bedenken und Sorgen der Ärzteschaft werden berücksichtigt werden. Deshalb sind die regionalen Teste ein richtiger und wichtiger Weg.

Quelle und Kontaktadresse:
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Körperschaft des öffentlichen Rechts Dr. Roland Stahl, Referent, Kommunikation Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin Telefon: (030) 4005-0, Telefax: (030) 4005-1093

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