Wachsende Bedeutung der Ernährungsindustrie für den Wirtschaftsstandort Deutschland / DIHK-Umfrage – Industriereport 2006/2006
(Berlin) - Das Ernährungsgewerbe hat 2006 seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Mit plus 13 Prozentpunkten beim Saldo der Gut- bzw. Schlechtermeldungen konnte das Vorjahresniveau (-4) deutlich übertroffen werden. Die Branche ist allerdings weiterhin von einem harten Verdrängungswettbewerb betroffen: Die zehn größten Handelsunternehmen dieser Branche erwirtschaften gemeinsam knapp 90 Prozent des Gesamtumsatzes. Verschärft wird dieser Wettbewerbsdruck durch einen damit einhergehenden Preiskampf. Weiterhin setzt die Mehrheit der Verbraucher auf niedrigpreisige Produkte, ohne allerdings Qualitätseinbußen zu akzeptieren. Erst allmählich verstärkt sich im Zuge wiederholter Lebensmittelskandale die Gegenbewegung des bewussten Kaufes qualitativ höherwertiger, dafür aber teurerer Lebensmittelprodukte. Angesichts der geringen Flexibilität auf der (Herstellungs-)Kostenseite werden die derzeitigen Preise im Wesentlichen durch Steuern, Auflagen, Transport- und Energiekosten bestimmt. Eine spürbare Entlastung ist hier allenfalls mittelfristig denkbar. Weitere Konkurrenz besteht durch die zunehmend offensiv auftretenden ausländischen Importeure.
Geschäftserwartungen
Die Geschäftserwartungen liegen mit einem positiven Saldo von elf Prozentpunkten über dem Wert des Vorjahres (+4). Gleichzeitig wird der langjährige Durchschnitt von plus drei Saldoprozentpunkten erstmals seit langem klar überschritten. Dies liegt unter anderem auch daran, dass die Lebensmittelbranche von der anstehenden Mehrwertsteuererhöhung nicht betroffen ist. Zwar sind ungeachtet dessen kaum Absatzsteigerungen im Inland zu erwarten, allerdings sehen viele Unternehmen Möglichkeiten im Ausbau des Auslandsgeschäfts.
Exporterwartungen
Die Exporterwartungen der Lebensmittelbranche liegen mit 31 Saldoprozentpunkten ungefähr auf der gleichen Höhe wie im Vorjahr (+29). Der langjährige Durchschnitt (+25) wird dabei deutlich übertroffen. Der optimistische Wert zeigt, dass angesichts des erheblichen Wettbewerbdrucks im Inland ein Großteil der Unternehmen auf den Export setzt. Hintergrund ist vor allem die steigende Nachfrage aus den EU-Beitrittsländern. Zunehmend werden dort Strukturen im Lebensmitteleinzelhandel aufgebaut, die den Absatz deutscher Ernährungsprodukte begünstigen. Die deutschen Unternehmen profitieren in diesem Zusammenhang gegenüber ihren Konkurrenten aus den „alten“ EU-Mitgliedstaaten von ihrer günstigen geografischen Lage bzw. der infrastrukturellen Anbindung.
Investitionen
Im Vergleich zum Vorjahr haben die Investitionsabsichten des deutschen Ernährungsgewerbes deutlich zugenommen. Mit einem Wert von plus acht liegt der entsprechende Saldo der Gut- und Schlechtermeldungen im Herbst 2006 bei 14 Prozentpunkten (Vorjahr: -6). Gleichzeitig wird der langjährige Durchschnitt (-7) signifikant übertroffen. Hauptmotive für Investitionen bleiben der Ersatz der vorhandenen Ausrüstung sowie Rationalisierungsinvestitionen.
Beschäftigung
Trotz der sich bessernden Geschäftslage geht die Mehrzahl der Unternehmen im Ernährungsgewerbe auch für 2007 von einem Beschäftigungsabbau aus. Der entsprechende Saldo hat sich allerdings mit einem Wert von minus zwei deutlich gegenüber dem Vorjahr (-20) verbessert. Zurückzuführen ist diese Entwicklung unter anderem auf den bereits in den letzten Jahren durchgeführten erheblichen Personalabbau.
Die Charts stehen hier zum Download für Sie bereit:
>http://www.bve-online.de/download/presseservice/
bve_aktuell/aktuell_070223/dihk-industriereport/dihk-charts/<
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Dr. Sabine Eichner Lisboa, Geschäftsführerin, Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Telefon: (030) 200786-0, Telefax: (030) 200786-299
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