Warnstreiks der kommunalen Klinikärzte Eindeutiges Warnsignal an Arbeitgeber
(Wiesbaden/Berlin) - Mehrere Tausend Klinikärzte sind am 13. Februar 2008 dem Warnstreikaufruf des Marburger Bundes (MB) gefolgt und haben in bundesweit weit mehr als 200 kommunalen Krankenhäusern gegen den schleppenden Verlauf der ins Stocken geratenen Tarifverhandlungen mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände protestiert. Alleine in Wiesbaden sind zu einer zentralen Kundgebung des Marburger Bundes weit über 1 500 Klinikärzte aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengekommen, die den Arbeitgebern bei der zeitgleich stattfindenden vierten Verhandlungsrunde eine Resolution für leistungsgerechte Gehälter überreichen wollten. Patienten sind nach Angaben des MB von den Warnstreiks nicht unmittelbar betroffen, da eine Notfallversorgung garantiert sei.
Unsere Geduld ist nicht unendlich, erklärte der Vorsitzende des MB, Rudolf Henke, der von den Arbeitgebern ein Tarifangebot für höhere Gehälter forderte. Bei den drei Verhandlungsrunden zuvor haben die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Die Ärztegewerkschaft verlangt für die rund 55 000 Ärzte der 700 kommunalen Kliniken Gehaltssteigerungen von durchschnittlich 10,19 Prozent und eine umgehende Angleichung der Ostgehälter an das Westniveau. Begründet wird diese Forderung mit deutlich besseren Einkommensmöglichkeiten in anderen Kliniken oder im Ausland. Henke: Die kommunalen Kliniken sind gut beraten, allein schon aus Wettbewerbsgründen ihren Ärzten das zu geben, was ihre Kollegen in Universitätskliniken oder Berufsgenossenschaftlichen Kliniken bereits verdienen. Die restriktive Verhandlungspolitik der VKA wird die kommunalen Kliniken schnurstracks in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen, denn unattraktive Arbeitbedingungen tragen zu einer sich spürbar verschärfenden Ärzteflucht bei.
Der Sicht der Arbeitgeber, wonach die Kommunen aufgrund ihrer Finanzprobleme keine konkurrenzfähigen Ärztegehälter zahlen könnten, erteilte Henke eine klare Abfuhr. Wirtschaftlich angeschlagene Kliniken können nicht auf dem Rücken Beschäftigter mit Tarifdumping saniert werden. Höhere Ärztegehälter sind eine sinnvolle Investition in die Zukunft, denn schlechte Arbeitsbedingungen und Ärztemangel reißen die finanzielle Situation der Kliniken weiter ins Minus.
Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
Pressestelle
Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin
Telefon: (030) 746846-0, Telefax: (030) 746846-16
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