Wartezeitengezänk / DGVP: Alter Hut zur Ablenkung von eigentlichen Problemen
(Heppenheim) - Als Sommergeplänkel zur Ablenkung von grundsätzlichen Problemen sieht die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) die Kritik der Gesundheitsministerin an den Wartezeiten bei Fachärzten. Was Ulla Schmidt jetzt im Sommer 2006 als Problem entdeckt, ist für Patienten seit Jahren vielfach Alltag stellte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP), Wolfram-Armin Candidus fest. Statt des Wartezeitengezänks fordert er ernsthafte Bemühen um die Beseitigung der Ursachen unterschiedlicher Wartefristen durch vernünftige Arzthonorierung.
Die Wartezeiten hängen vielfach an der Einkommenserwartung, die der behandelnde Arzt an die Kasse des Patienten hat, sagte Candidus. Danach werden die Privatpatienten, deren Kassen deutlich mehr zahlen, vor den gesetzlich Versicherten bevorzugt. Aber auch innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung gebe es mindestens zwei Klassen: Verlängerte Wartezeiten gelten oft für die GKV - Versicherten, weil deren Bezahlung für Leistungen der Mediziner und Institutionen geringer sei. Die andere Klasse seien die GKV - Patienten mit Zusatzversicherung, da bei diesen die Einnahmen der Mediziner und Institutionen besser ist. Es sei längst bekannt, dass die Arzteinnahmen durch die Privatpatienten die Löcher stopfen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung bestehen. Die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) will diesen Missstand beseitigt sehen. Dazu gehöre aber eine strukturelle Veränderung des Gesundheitssystems und nicht ein politisches Geplänkel über Wartezeiten.
Die DGVP fordert deshalb zunächst den Aufbau von Leitlinien für die Behandlung von Krankheiten auf der Grundlage epidemiologischer Untersuchungen. Diese Untersuchungen, die durch die Erfassung aller vorkommenden Krankheitsbilder überhaupt darüber Auskunft geben, welcher Bedarf an Leistungen erforderlich ist, gibt es in vielen Ländern - jedoch nicht in Deutschland. An die Leitlinien zur Behandlung sollten nach Vorstellung der DGVP kostendeckende und mit Gewinn versehene Vergütungen gekoppelt sein. Dies zwinge die Mediziner und Institutionen zu mehr Effizienz und unterstütze eine durchgängige und zügige Behandlung der Patienten.
Die Einrichtungen des Gesundheitssystems müssen, so Candidus, zu einer interaktiven Behandlung der Patienten gezwungen werden. Nur dann würden die Finanzmittel nicht weiterhin ins Uferlose ansteigen und dies bei gleichzeitigem Verlust von Qualität im System. Die Versicherten und Patienten müssen in die Strukturveränderungen eingebunden werden und zwar gleichberechtigt mit den Lobbyisten und so genannten Experten. Davon erwartet der DGVP - Präsident sowohl Einsparungen als auch Qualitätsverbesserung in der Behandlung. Eigentlich müsste dies auch im Sinne der Krankenkassen sein, stellte Candidus fest, zumindest, wenn sie ihrem Anspruch zum Wohle der Versicherten zu arbeiten, ernst nehmen.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V. (DGVP)
Pressestelle
Lehrstr. 6, 64646 Heppenheim
Telefon: (06252) 94298-0, Telefax: (06252) 94298-29
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