Weber: Besonnenheit gefragt
(Berlin) - Die Konjunkturlage in den USA darf den Blick darauf nicht verstellen, dass die deutsche Wirtschaft stabil genug ist, um einen Abschwung auf der anderen Seite des Atlantiks zu verkraften. Ich rate zu einer nüchternen Analyse und besonnenem Handeln, erklärt Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes, anlässlich der Vorstellung des aktuellen Konjunkturberichts.
Die Lage in den USA werde die Wachstumsperspektiven für Deutschland belasten. Deshalb sei für das laufende Jahr ein Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukts von weniger als 2 Prozent realistisch. Forderungen nach einem Konjunkturprogramm seien aber verfehlt. Weber: Das wäre weder notwendig denn die Aufwärtsbewegung in Deutschland ist nach wie vor intakt noch hilfreich. Nach aller Erfahrung entzünden Konjunkturprogramme lediglich ein Strohfeuer, kosten den Steuerzahler aber letztlich viel Geld. Sinnvoller sei vielmehr die Fortsetzung des Reformkurses der letzten Jahre, um die Wachstumskräfte der deutschen Volkswirtschaft weiter zu stärken.
Auch mit Blick auf die Geldpolitik sei Besonnenheit gefordert, so Weber. Nach wie vor bestünden Preisrisiken. Das gelte nicht zuletzt mit Blick auf das Risiko stark steigender Kosten als Folge überhöhter Lohnabschlüsse. Dies könne die EZB nicht ignorieren. Auf der anderen Seite seien Wachstumsrisiken erkennbar, etwa eine mögliche weitere Aufwertung des Euro und die anhaltenden Finanzmarktturbulenzen. Angesichts dieser Vorgaben hält Weber die Fortsetzung des von der EZB seit Sommer letzten Jahres verfolgten Kurses stabiler Leitzinsen auch weiter für angemessen.
Die Forderungen, mehr Transparenz auf den Finanzmärkten zu schaffen, werden von Weber unterstützt. Wenn die Marktteilnehmer Vertrauen zurückgewinnen möchten, ist das unabdingbar. Eine solidere Basis für die Bewertung der Finanzmarktlage haben wir, wenn weitere Jahresabschlüsse veröffentlicht worden sind. Auch im weiteren Jahresverlauf seien dann die Veränderungen der Marktlage in den Zahlenwerken nachzuvollziehen. Wenn Finanzinstitute so vorgehen, hat das mit einer Salamitaktik nichts zu tun, unterstreicht Weber. Letztlich bestimmen die Märkte, wann ein endgültiger Schlussstrich unter die Finanzmarktturbulenzen gezogen werden kann.
Warnungen vor einer Kreditklemme hält Weber für unbegründet: Die Bonität der Kreditkunden hat sich durch die Restrukturierung ihrer Bilanzen in den letzten Jahren und die positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung deutlich verbessert. Außerdem erwarte ich eher einen noch intensiveren Wettbewerb zwischen den Banken im Kreditgeschäft als eine Einschränkung der Kreditvergabe. Das nutzt den Kreditkunden. Für eine Kreditklemme gibt es keinerlei Anhaltspunkte.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB)
Pressestelle
Burgstr. 28, 10178 Berlin
Telefon: (030) 16630, Telefax: (030) 16631399
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