Weber: Inflationsdruck trübt Konjunkturperspektiven
(Berlin) Die deutsche Konjunktur wird gegenwärtig gleich von mehreren Belastungsfaktoren in die Zange genommen, erklärte Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes, anlässlich der Vorstellung des Konjunkturberichts für den Monat Juli.
Neben der ausgeprägten Schwäche der US-Wirtschaft, dem hohen Euro-Kurs und der konjunkturellen Abkühlung bei wichtigen Handelspartnern mache sich inzwischen vor allem der höhere Preisdruck bemerkbar, der die Kaufkraft der privaten Haushalte schmälert. Auch für die Weltwirtschaft werden die deutlich anziehenden Inflationsraten zu einem ernsthaften Risiko, stellte Weber fest.
Gleichwohl müsse mit Blick auf Deutschland vor überzogenem Konjunkturpessimismus gewarnt werden. Weber: Aus heutiger Sicht wird die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte wachsen, wenngleich nur mit recht geringem Tempo. Während die Wachstumsprognose für das laufende Jahr unverändert bei 2 1/4 bis 2 1/2 Prozent liegt, habe sich jedoch der Ausblick für 2009 eingetrübt. Obwohl im nächsten Jahr bei einem voraussichtlich wieder etwas nachlassenden Preisdruck mit einer allmählichen konjunkturellen Besserung zu rechnen ist, werde das Wirtschaftswachstum kaum über eine Rate von 1 bis 1 1/2 Prozent hinauskommen. Die Fortsetzung der positiven Arbeitsmarktentwicklung würde dann auf der Kippe stehen, zumal sich angesichts der wieder steigenden Sozialversicherungsbeiträge und der schleichenden Ausweitung von Mindestlöhnen wichtige Rahmenbedingungen verschlechtern. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Spielräume in der Arbeitslosenversicherung zu nutzen und mit einem niedrigeren Arbeitslosenbeitrag zügig gegenzusteuern, sagte Weber.
Obwohl die hohen Energiepreise und der damit einhergehende Kaufkraftschwund die Konjunktur und die finanzielle Lage der privaten Haushalte in Deutschland zusehends belasten, hält Weber die wirtschaftspolitischen Möglichkeiten, diese Effekte sinnvoll abzufedern, für sehr begrenzt.
Weber: Wir müssen akzeptieren, dass mit den höheren Energiepreisen ein Einkommens- und Wohlstandstransfer in die Energie exportierenden Staaten stattfindet. Versuche, die höheren Energiekosten durch entsprechende Lohnsteigerungen auszugleichen, würden den Preisauftrieb in Deutschland weiter beschleunigen und könnten eine gefährliche Lohn-Preis-Spirale in Gang setzen, die die realen Einkommen der Arbeitnehmer nicht verbessert.
Aus ökonomischer Sicht seien aber auch staatliche Maßnahmen, mit denen die Energiepreise subventioniert würden, nicht zu empfehlen. Im Unterschied hierzu begrüßte Weber die klaren Worte, mit denen die Bundesregierung sich hinter die geldpolitische Ausrichtung der Europaeischen Zentralbank gestellt habe: Gerade in der gegenwärtigen Situation ist es wichtig, beim Stabilitätsziel einen klaren Kurs zu halten, denn ein hohes Maß an Preisstabilität ist die zentrale Voraussetzung für mehr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB)
Pressestelle
Burgstr. 28, 10178 Berlin
Telefon: (030) 16630, Telefax: (030) 16631399
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