Pressemitteilung | Deutscher Hausärzteverband e.V.

Weigeldt: "Zuzahlungsbefreiungen für Patienten an qualitativ bessere und wirtschaftliche Versorgungsformen koppeln"

(Berlin/Köln) - Zu dem Vorschlag der SPD, chronisch Kranke von Zuzahlungen zu befreien, erklärt der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt:

"Es ist wichtig und richtig darüber nachzudenken, wie man Patientinnen und Patienten und insbesondere chronisch Kranke von Zuzahlungen befreien kann. Dafür setzen wir uns bereits langem ein! Es wäre aus unserer Sicht jedoch zielführend, eine solche Zuzahlungsbefreiung an qualitativ bessere Versorgungsformen zu koppeln, die darüber hinaus auch besonders wirtschaftlich sind.

Darum haben wir bereits vor Monaten vorgeschlagen, Patientinnen und Patienten, die an den Verträgen zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) teilnehmen, von Zuzahlungen zu befreien. Dies ist im § 53 SGB V bereits angelegt und wird zum Beispiel durch die AOK Baden-Württemberg schon gelebt. Eine solche Zuzahlungsbefreiung entlastet nicht nur insbesondere chronisch Kranke, denn diese machen einen großen Teil der HZV-Versicherten aus, sondern stärkt auch eine bessere und koordiniertere Versorgung der Patienten."

Zum Hintergrund: Bundesweit nehmen aktuell knapp 4,3 Millionen Patientinnen und Patienten und circa 17.000 Hausärztinnen und Hausärzte an den Verträgen zur Hausarztzentrierten Versorgung nach § 73b SGB V teil. Die Teilnahme ist für Patienten und Hausärzte freiwillig. Bei der HZV ist der Hausarzt immer der erste Ansprechpartner in medizinischen Fragen und koordiniert bei Bedarf die Behandlung durch Fachärzte, Kliniken und anderen Heilberufen. Wissenschaftliche Evaluationen, zuletzt durch die Universitäten Frankfurt a.M. und Heidelberg, haben gezeigt, dass nicht nur die Patienten, insbesondere chronisch Kranke, durch eine qualitativ bessere Versorgung profitieren, sondern die HZV auch besonders wirtschaftlich ist. Das liegt vor allem daran, dass doppelte Facharztbesuche reduziert und medizinisch nicht notwendige Krankenhausaufenthalte vermieden werden können. Durch die intensivere hausärztliche Betreuung können darüber hinaus schwerwiegende Komplikationen bei schweren chronischen Erkrankungen reduziert werden. Gleichzeitig erhalten die Hausärztinnen und Hausärzte eine fairere Vergütung. Das ist ein wichtiges Instrument, um langfristig den Bedarf nach hausärztlicher Versorgung decken zu können.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Hausärzteverband e.V., Büro des Bundesvorsitzenden Berlin Vincent Jörres, Pressesprecher Bleibtreustr. 24, 10707 Berlin Telefon: (030) 88714373-35, Fax: (030) 88714373-40

(dw)

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