Pressemitteilung | ZVEI e.V. - Verband der Elektro- und Digitalindustrie
Anzeige

Weltmarkt für Leiterplatten wächst 2005 um fast sechs Prozent / Kostendruck auf Unternehmen hält an

(Frankfurt) - Der Weltmarkt für Leiterplatten wuchs im Jahr 2005 um 5,7 Prozent von 36.460 Mio. US Dollar auf 38.535 Mio. US Dollar. Auch für das Jahr 2006 erwarten der Verband der Leiterplattenindustrie und der ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems eine weltweite Steigerung von über sechs Prozent.

Der größte Umsatzanteil mit etwa 58,3 Prozent wurde 2005 in Japan und Südostasien erzielt. Das Hauptwachstum in Höhe von 1.500 Mio. US Dollar (12,9 Prozent) erfolgte hierbei wie die Jahre zuvor in Südostasien. Im Jahr 2005 betrug der Leiterplattenmarkt in Europa 5.650 Mio. US Dollar. (4.500 Mio. Euro) und ist somit gegenüber dem Vorjahr mit 1,8 Prozent
(1,3 Prozent) um 100 Mio. US Dollar (69 Mio. Euro) gewachsen. Für das Jahr 2006 wird in Europa eine Steigerung von 3,5 Prozent erwartet.

Durch die drastisch gestiegenen und noch weiter steigenden Energie- und Rohstoffpreise sind die Unternehmen laut VdL und ZVEI einem enormen Kostendruck ausgesetzt. So wirke sich der Preisanstieg für Rohöl auf die Energiekosten und viele Vorprodukte wie Chemikalien, Harze, Lacke und Basismaterial aus. Allein in den Monaten Januar bis April 2006 stieg der Rohölpreis um über 21 Prozent. Ebenso fanden Preissteigerungen bei den Metallen von 18 Prozent bei Gold, 21 Prozent bei Aluminium, 37 Prozent bei Nickel, 41 Prozent bei Zinn und 59 Prozent bei Kupfer statt. Für das Endprodukt Leiterplatte rechnen die Verbände deshalb mit einer Weitergabe der Kosten.

Abschnitt 1.01 Weitere Konsolidierung in Europa

Die Zahl der europäischen Leiterplattenhersteller ist im Jahr 2005 zurückgegangen. Im Jahr 2004 waren in Europa 426 Hersteller tätig, im Jahr 2005 waren es 379 Hersteller. Das Produktionsvolumen betrug 2.750 Mio. Euro, eine Abnahme von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit dem Rückgang der Produktion wird auch Kapazität abgebaut, dies führt nach Einschätzung von VdL und ZVEI bei der sich zur Zeit belebenden Nachfrage zu längeren Lieferzeiten.

Zum Jahresende 2005 betrug die Mitarbeiterzahl 25.735, im Vorjahr waren es 28.400. Diese Abnahme ist aus Sicht der Verbände sowohl auf Betriebsschließungen wie auf bessere maschinelle Ausstattung zurückzuführen.

Die Hauptabnehmersegmente in Europa waren 2005 mit 27,3 Prozent die Industrieelektronik und mit 26,1 Prozent die Kommunikations¬industrie, gefolgt von der Automobilelektronik mit 21,1 Prozent. In den Bereichen Konsumelektronik und Datenverarbeitung wurden 6,9 bzw. 5,5 Prozent abgesetzt, Sonstige 13,1 Prozent.

Deutschland größter Produktionsstandort in Europa

Über ein Drittel aller europäischen Leiterplatten kommen aus Deutschland, der Anteil an der Gesamtproduktion Europas beträgt 36,2 Prozent. In Deutschland wurden im Jahr 2005 von 90 Leiterplattenherstellern mit 8.500 Mitarbeitern Leiterplatten im Wert von 981 Mio. Euro produziert. Im Vorjahr waren 104 Firmen mit 9.480 Mitarbeitern aktiv, das Produktionsvolumen betrug 1.044 Mio. Euro. Hauptabnehmersegment für die in Deutschland produzierten Leiterplatten war die Automobilelektronik mit 33,6 Prozent, gefolgt von der Industrieelektronik mit 23,9 Prozent und der Kommunikation mit 18,1 Prozent. In das Segment Datenverarbeitung wurden 8,2 Prozent geliefert, in die Konsumelektronik 6,5 Prozent, Sonstige 9,7 Prozent. Aufgrund der sich belebenden Nachfrage wird sich das erste Halbjahr 2006 positiv entwickeln.

Marktwachstum in Deutschland erwartet

Das Marktvolumen stagnierte 2005 in Deutschland. Es betrug 1.345 Mio. Euro und damit fast genau soviel wie im Vorjahr. Hauptabnehmersegmente waren die Kfz-Elektronik mit 32 Prozent und die Industrieelektronik mit 29,0 Prozent. Im Bereich Telekommunikation wurden 22,7 Prozent des Umsatzes abgesetzt, gefolgt von den Segmenten Datentechnik (9,5 Prozent) und Konsumelektronik
(7,1 Prozent). Für alle Segmente, außer für Konsumelektronik, werden Zuwächse erwartet, für das Jahr 2006 rechnen VdL und ZVEI mit einer Steigerung um 2,2 Prozent auf 1.375 Mio. Euro.

„Trotz des schwierigen Marktumfeldes werden die Unternehmen weiterhin ihre Trümpfe Flexibilität, Qualität, Spitzentechnologien und Termintreue ausspielen“, so Dr. Wolfgang Bochtler, Vorsitzender des Verbandes der Leiterplattenindustrie. „Diese Vorteile werden auch zukünftig für langfristige Kunden- und Lieferantenbeziehungen ausschlaggebend sein.“

Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) Pressestelle Stresemannallee 19, 60596 Frankfurt am Main Telefon: (069) 6302-0, Telefax: (069) 6302-317

Logo verbaende.com
NEWS TEILEN:

NEW BANNER - Position 4 - BOTTOM

Anzeige