Pressemitteilung | Hartmannbund – Verband der Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
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Winn: Strategisch und sachlich nur schwer nachvollziehbar

(Berlin) - Als „schlichten Fehler“ hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Kuno Winn, Aussagen des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Köhler, in einem Welt-Interview zu Honorarverhandlungen, Deprofessionalisierung und ärztlichem Qualitätssiegel bezeichnet. „Wer so viele Steine auf einmal ins Wasser wirft, der darf sich nicht wundern, wenn ihm die Wellen ans eigene Ufer schlagen“, sagte Winn.

„Maximales Unverständnis“ äußerte der Hartmannbundvorsitzende für Köhlers öffentlich geäußerte Position in Sachen Honorarverhandlungen mit den Kassen. „Wenn Herr Köhler uns vorrechnet, dass allein die Mehrwertsteuer-Erhöhung die Ärzte drei Milliarden Euro kostet und im gleichen Atemzug signalisiert, dass er mit drei Milliarden Euro mehr im System zufrieden wäre, dann kann ich hierin nicht die Strategie eines Verhandlungsführers der Ärzteschaft erkennen“, sagte Winn. Den Krankenkassen öffentlich mitzuteilen, dass die Ärzte auch mit einem Bruchteil der erhobenen Forderungen zufrieden wären, so Winn, sei – gelinde gesagt – weder strategisch noch sachlich nachvollziehbar.

Die Feststellung Köhlers, in den USA könnten Krankenschwestern bereits originär ärztliche Tätigkeiten übernehmen, die in Deutschland einem Kardiologen vorbehalten sind, hält Winn in der Diskussion um Forderungen des Sachverständigenrates zu nichtärztlichen Tätigkeiten für nur wenig hilfreich. „Es geht hier nicht darum, ärztliches Terrain um jeden Preis zu verteidigen. Dieses Thema aber im Telegrammstil abzuarbeiten ist fahrlässig.“

Winn erneuerte abschließend seine Forderung an die Kassenärztliche Bundesvereinigung, in zentralen Fragen ärztlicher Belange den Dialog mit der Ärzteschaft wieder aufzunehmen. Dies gelte in vorderster Linie auch für das von Köhler geplante Qualitätssiegel für Arztpraxen. Winn: „Wenn Herr Köhler glaubt, derartig fundamentale Projekte ohne Einbeziehung der ärztlichen Basis auf die Beine stellen zu können, dann wird er damit scheitern.“

Quelle und Kontaktadresse:
Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V., Hauptgeschäftsstelle Michael Rauscher, Pressesprecher Schützenstr. 6 a, 10117 Berlin Telefon: (030) 2062080, Telefax: (030) 20620829

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