Pressemitteilung | Hartmannbund – Verband der Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
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Winn: Versuchsballons im Drei-Tage-Abstand sprechen nicht für tragfähige Pläne

(Berlin) - Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die angeblich geplante Einführung einer Praxisgebühr von 5 Euro pro Arztbesuch hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Kuno Winn, die Bundesregierung eindringlich vor einer Politik des Stückwerks gewarnt. "Wir brauchen eine tragfähige Reform aus einem Guss und keine Stückwerke-Konstruktion, die bei der geringsten Erschütterung erneut zusammenbricht", sagte Winn. Dass die Regierung nun im Drei-Tage-Abstand Versuchsballons mit den unterschiedlichsten Bausteinen einer möglichen Gesundheitsreform steigen lasse, um diese bei Bedarf unverzüglich platzen zu lassen, spreche nicht dafür, dass man bereits wirklich eine grundlegende Reform vor Augen habe.

Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Praxisgebühr begrüßte Winn zwar grundsätzlich den Aspekt der Eigenverantwortung, lehnte aber erneut eine Lösung zu Lasten beispielsweise chronisch kranker Menschen ab. Außerdem würden die Ärzte eine erneute Belastung durch zusätzlichen Verwaltungsaufwand nicht hinnehmen.

Dagegen begrüßte Winn ausdrücklich, die von Gesundheitsministerin Schmidt offenbar angestellten Überlegungen zu einer Reform der Krankenkassen. Winn: "Es ist immerhin bemerkenswert, dass nach Jahrzehnten reflexartiger Suche nach Wirtschaftlichkeitsreserven bei Ärzten, Krankenhäusern und Patienten nun offensichtlich auch ernsthaft über Einsparmöglichkeiten im Bereich der Krankenkassen nachgedacht wird". Auch hier gelte allerdings die Notwendigkeit, diese Maßnahme schlüssig in ein Gesamtkonzept einzubinden.

"Das Haltbarkeitsdatum der geplanten Reform muss deutlich über das Ende dieser Legislaturperiode hinausgehen. Einen weiteren Flickenteppich aus zufällig geäußerten Vorstellungen kann das Gesundheitswesen in Deutschland nicht mehr verkraften", sagte Winn abschließend.

Quelle und Kontaktadresse:
Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V., Hauptgeschäftsstelle Michael Rauscher, Pressesprecher Schützenstr. 6 a, 10117 Berlin Telefon: (030) 2062080, Telefax: (030) 20620829

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