Winn: Zukunftssicherheit des Gesundheitssystems muss vorbehaltlos hinterfragt werden
(Berlin) - Mit Blick auf die Folgen der derzeitigen Finanzkrise hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Kuno Winn, eindringlich an alle Verantwortlichen appelliert, auf offensichtliche Schwachstellen des deutschen Gesundheitssystems rechtzeitig zu reagieren. Es stellt sich auch hier die Frage, ob sich der eine oder andere nicht allzu gern und allzu leichtfertig darauf verlässt, dass dieses System auf Dauer trägt und uns die notwendige Sicherheit garantiert, sagte Winn am Freitag (24. Oktober 2008) auf der Hauptversammlung seines Verbandes in Potsdam. Auch in der Finanzwelt seien bis zuletzt Mahner, die die Zukunftsfähigkeit des Systems in Frage gestellt hätten, ignoriert oder gar belächelt worden. Umso wichtiger sei es nun, entsprechende Mahnungen hinsichtlich der Standfestigkeit des Gesundheitssystems ernst zu nehmen.
Rund 2,6 Milliarden Euro für die ambulante Versorgung, drei Milliarden Euro für unsere Krankenhäuser das sind Notnägel. Damit wird vielleicht verhindert, dass das Gebäude in den nächsten Monaten zusammenstürzt. Aber das ist eben keine zukunftssichere Renovierung oder gar Stabilisierung des Gesundheitssystems, sagte Winn. Zusätzliches Geld allein, so der Hartmannbund-Vorsitzende, löse am Ende nicht die unübersehbaren Strukturprobleme des Gesundheitswesens, mache das Gesundheitswesen nicht demographiefest.
In der Finanzkrise haben im Nachhinein eigentlich alle schon vorher gewusst, dass das schief gehen musste. Plötzlich war jedem schon lange klar, dass dieses System eigentlich so nicht funktionieren konnte, sagte Winn. Er sei nicht bereit zu akzeptieren, dass bei einem möglichen Zusammenbruch des Gesundheitssektors auch erst im Nachhinein Fehler des Systems analysiert würden. An die verantwortlichen Politiker gewandt, sagte Winn wörtlich: Ich fordere Sie auf, treten Sie jetzt hervor, sagen Sie jetzt, dass es so nicht weiter geht, kommen Sie nicht erst aus dem Loche, wenn es zu spät ist. Sonst könnten aus so späten Einsichten teure Erfahrungen werden.
Winn kündigte für die Bundestagswahl im kommenden Jahr eine intensive Auseinandersetzung mit der Gesundheitspolitik an. Man werde die zur Wahl stehenden Parteien, vor allem aber auch die zur Wahl stehenden Kandidatinnen und Kandidaten auf dem Feld der Gesundheitspolitik stellen. Und da werden wir uns am Ende auch nicht scheuen, unsere Patientinnen und Patienten gegebenenfalls davor zu warnen, bestimmte Parteien zu wählen, zeigte sich Winn kampfbereit.
Scharfe Kritik übte Winn erneut an der vom Gesetzgeber kürzlich geänderten Regelung zur hausarztzentrierten Versorgung. Statt Wegweisendes auf den Weg zu bringen, hat sich die Politik hier für kurzfristige Lobbypolitik entschieden, sagte Winn. Die Schaffung des faktischen Monopols für einen einzelnen Verband zur Verhandlung hausarztzentrierter Verträge mit den Krankenkassen widerspreche diametral dem von der Politik selbst formulierten Wettbewerbsgedanken und diene nachweislich ausschließlich regionalen bayerischen Interessen.
Der Hartmannbund vertritt als einziger politischer Verband die Belange aller Ärzte, Zahnärzte und Medizinstudenten in Deutschland und setzt sich für ihre wirtschaftlichen, beruflichen und sozialen Interessen ein. Darüber hinaus bietet er seinen Mitgliedern neben qualifizierten Beratungen zu rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Fragen auch Fortbildungen und ein umfangreiches Informationsangebot.
Quelle und Kontaktadresse:
Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V., Hauptgeschäftsstelle
Michael Rauscher, Pressesprecher
Schützenstr. 6 a, 10117 Berlin
Telefon: (030) 2062080, Telefax: (030) 20620829
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