Wohnungswirtschaft in Niedersachsen startet Kampagne „Kein Raum für häusliche Gewalt“
(Hannover) - Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) hat gemeinsam mit dem Landespräventionsrat Niedersachsen die Kampagne „Kein Raum für häusliche Gewalt“ gestartet. Damit setzt die Wohnungswirtschaft ein Zeichen für ein sicheres und gewaltfreies Wohnumfeld. Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt sieht die Kampagne als weiteren Teil eines breitangelegten sozialen Engagements der Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften im vdw für das Wohlergehen ihrer Mieterinnen und Mieter und für ein vertrauensvolles Zusammenleben in den Wohnquartieren.
Dr. Susanne Schmitt betonte in der Landespressekonferenz: „Häusliche Gewalt passiert dort, wo Menschen sich eigentlich sicher fühlen sollten: in den eigenen vier Wänden. Genau hier setzt die neue Kampagne an. Gemeinsam mit Wohnungsunternehmen, Polizei, Beratungsstellen und starken Partnern machen wir deutlich: Wegschauen ist keine Option. Gewalt geht uns alle an. Wohnung, Haus und Nachbarschaft müssen sichere Orte bleiben. Gewalt kann jeden treffen. Deshalb lassen wir niemanden allein. Wir stärken Mitarbeitende, Nachbarschaften und Hausgemeinschaften darin, hinzusehen, richtig zu reagieren und Hilfe zu ermöglichen.“
Der vdw bündelt mit der Kampagne seine langjährige präventive Arbeit und bringt sie dorthin, wo sie dringend gebraucht wird – in Wohnquartiere und Hausgemeinschaften. Zum Verband gehören rund 180 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften mit etwa 400.000 Wohnungen in Niedersachsen und Bremen. Sie erreichen täglich hunderttausende Menschen – und übernehmen Verantwortung über das reine Bereitstellen von Wohnraum hinaus.
Die Kampagne startet zunächst als Pilotprojekt mit 13 Wohnungsunternehmen. Bereits jetzt haben zahlreiche weitere vdw-Mitglieder ihr Interesse bekundet, sich anzuschließen. Im ersten Halbjahr 2026 wird die Kampagne landesweit ausgerollt. Der vdw versteht das Projekt bewusst als Vernetzungsinitiative: Wohnungsunternehmen, Polizei, Beratungsstellen und weitere Akteure arbeiten eng zusammen.
Ein zentraler Baustein sind praxisnahe Schulungen für Mitarbeitende der Wohnungsunternehmen. In Zusammenarbeit mit Polizei und Fachberatungsstellen werden sie sensibilisiert und befähigt, Anzeichen häuslicher Gewalt zu erkennen, richtig einzuordnen und Betroffene kompetent an Hilfsangebote zu vermitteln. Ziel ist es, Sicherheit im Handeln zu geben – und Verantwortung zu teilen.
Begleitet wird die Kampagne durch Aushänge in Treppenhäusern und Quartieren, Informationsmaterialien, digitale Formate sowie Aktionen in der Nachbarschaft. So wird die Botschaft breit getragen: Häusliche Gewalt ist keine Privatsache.
vdw-Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt im Gespräch:
Frau Dr. Schmitt, welche Erwartungen knüpfen Sie an die Kampagne „Kein Raum für häusliche Gewalt“?
Dr. Susanne Schmitt: Häusliche Gewalt ist in jeder Form inakzeptabel und darf in keiner Weise bagatellisiert werden. Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft bietet keinen Raum für häusliche Gewalt. Die Wohnung, das Wohnhaus und die Nachbarschaft müssen für alle Menschen, die dort leben, sichere Orte sein. Wir wollen mit der Kampagne Hausgemeinschaften und Nachbarschaften aufrütteln und auffordern, hinzusehen und zu handeln, um Opfer häuslicher Gewalt zu schützen. Ich erwarte, dass wir die Kampagne im Laufe der nächsten Monate im Verbandsgebiet ausrollen können. Das Interesse unserer Mitgliedsunternehmen, daran mitzuwirken, ist sehr groß.
Sie haben die Kampagne beim vdw-Jahresauftakt offiziell vorgestellt. Wie war die Resonanz?
Dr. Schmitt: Wir haben viel Zuspruch bekommen. Das Thema ist von großer Relevanz. Die Zahl der Taten steigt weiter, und die Polizei ist sich sicher, dass es ein enormes Dunkelfeld gibt. Umso wichtiger sind Informationen und Unterstützungsangebote für Opfer. Ich wünsche mir jetzt sehr, dass wir mit unserer Kampagne die Zahl der Delikte deutlich eindämmen können, dass Täter bestraft und abgeschreckt werden, dass Hausgemeinschaften sich schützend vor die Opfer stellen und dass sich Betroffene den Beratungsstellen, der Polizei oder sogar ihren Nachbarn anvertrauen.
Wer sind Ihre Partner?
Dr. Schmitt: Wir sind sehr dankbar dafür, dass neben dem Landespräventionsrat auch die Niedersächsische Polizei und das Netzwerk der Beratungsstellen dabei sind. Polizei und Beratungsstellen werden landesweit intensive Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Wohnungsunternehmen anbieten, die sich an der Kampagne beteiligen. Ziel ist es, für das Thema zu sensibilisieren und Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Was werden Ihre Mitglieder tun?
Dr. Schmitt: Die sozial orientierte Wohnungsunternehmen werden in den kommenden Wochen und Monaten auf ganz verschiedenen Wegen auf die wichtige Botschaft der Kampagne aufmerksam machen. Es wird sich dabei zeigen, dass die Genossenschaften und die Wohnungsgesellschaften einen großen Multiplikatoreffekt haben. Zum einen erreichen sie durch Aushänge in Treppenhäusern und Quartierstreffs tausende Mieterhaushalte. Außerdem werden die vdw-Mitglieder über soziale Medien, Mieterzeitungen und Mieter-Apps sowie bei Informationsveranstaltungen deutlich machen, wie wichtig vor allem die Unterstützung von Betroffenen ist. Wir dürfen nicht wegschauen! Das ist unsere dringende Bitte an alle, die in unseren Häusern wohnen.
Quelle und Kontaktadresse:
(vdw) Verband der Wohnungswirtschaft in Niedersachsen und Bremen e.V., Carsten Ens, Referent(in) Medien und Veranstaltungen, Leibnizufer 19, 30169 Hannover, Telefon: 0511 126501
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