Pressemitteilung | Freie Ärzteschaft e.V.
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Wollen die Betriebskrankenkassen Barfußmedizin für ihre Mitglieder?

(Essen) - Der Landesverband Nordrhein übt scharfe Kritik an jüngsten Äußerungen der Vorsitzenden des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK), Anne-Kathrin Klemm.

"Zum Thema Patientensteuerung offenbart Frau Klemm Visionen, die offenbar eine Barfußmedizin ohne ärztliche Diagnostik oder Therapie zum Ziel haben. Das ist für ein entwickeltes Land wie Deutschland unerträglich, und würde eine Abkehr von jedem guten medizinischen Standard bedeuten", kritisiert Wolfgang Bartels, Orthopäde und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands Nordrhein der Freien Ärzteschaft e.V.

Frau Klemm hatte gefordert, die Primärversorgung müsse nicht mehr ärztlich und auch nicht in der Arztpraxis erfolgen, sondern solle telemedizinisch von Pflegekräften erbracht werden, einschließlich von Medikamentenverordnung und Verhaltensanweisungen - oftmals "fallabschließend mit Ibuprofen und Bettruhe".

Auch den Vorschlag der BKK-Dachverbandsvorsitzenden, die Krankenkassen sollten Diabetes- und Herz-Kreislauf-Patienten "proaktiv" gezielt beraten, lehnt Bartels ab. "Krankenkassenmitarbeiter sind dafür weder qualifiziert, noch können sie den oft multimorbiden Patienten im Einzelfall sinnvoll beraten, noch untersuchen sie ihn. Was hier inzwischen beim Thema Patientensteuerung aufpoppt, wird immer absurder, und ist mit einem modernen Gesundheitswesen nicht vereinbar. Ich nehme aber an, dass spätestens beim Thema Haftung Schluss mit solchen Visionen ist", prognostiziert Orthopäde Wolfgang Bartels, denn auch die BKK-Mitglieder hätten nach dem Gesetz Anspruch auf den Facharztstandard.

Quelle und Kontaktadresse:
Freie Ärzteschaft e.V., Wieland Dietrich, Geschäftsführende(r) Vorstandsvorsitzende(r), Gervinusstr. 10, 45144 Essen, Telefon: 0201 68586090

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