ZdK-Sprecher Peter Weiß: Illegitime Schulden berücksichtigen / Internationale Kreditvergabe reformieren, Schuldner und Gläubiger in Verantwortung nehmen
(Bonn) - Im Vorfeld der öffentlichen Anhörung im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestags zum Thema "Illegitime Schulden" am 4. Juni 2008 unterstützt der Sprecher für weltkirchliche Solidarität und Entwicklungszusammenarbeit des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Peter Weiß MdB, die Forderung nach weitergehendem Schuldenerlass:
"Um Fortschritte beim internationalen Schuldenerlass zu erreichen, ist die Frage nach so genannten illegitimen Schulden berechtigt, denn sie stellen die Legitimität eines Teils der bestehenden Kreditvereinbarungen in Frage und sehen erstmals auch die Gläubiger in der Mitverantwortung."
Viele Kredite, die seit den 1980er Jahren an Entwicklungsländer vergeben wurden und durch die sich viele dieser Länder in einer Schuldenfalle befinden, hätten keine Rücksicht genommen auf demokratische Grundregeln und das Wohlergehen der Bevölkerung, die von den Geldern eigentlich profitieren sollte. Aus diesem Grund, und auch um neue Runden von unverantwortlicher Kreditvergabe und aufnahme zu vermeiden, sollte die gegenwärtige Praxis internationaler Kreditvergabe reformiert werden. Ziel müsse die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien für die Entwicklungsländer bei der Kreditvergabe sowie die geteilte Verantwortung zwischen Gläubigern und Schuldnern sein. Dazu sei die Etablierung eines internationalen Insolvenzverfahrens notwendig, das faire und transparente Verhandlungen von Schuldnern und Gläubigern möglich mache.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralkomitee der deutschen Katholiken
Theodor Bolzenius, Pressesprecher
Hochkreuzallee 246, 53175 Bonn
Telefon: (0228) 382970, Telefax: (0228) 3829744
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