Zinserhöhungszyklus noch nicht zu Ende / Aufschwung im Euro-Raum bleibt intakt
(Berlin) - Im Zuge des anhaltenden konjunkturellen Aufschwungs im Euroraum sollte die Europäische Zentralbank (EZB) im März ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75 Prozent erhöhen, so der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seinem jüngsten Konjunkturbericht. Im weiteren Verlauf des Jahres sei ein weiterer Zinsschritt auf 4 Prozent angezeigt, sofern das weltwirtschaftliche Umfeld freundlich und die Wirtschaft des Euroraums auf Wachstumskurs bleibe. Denn derzeit wirke die Geldpolitik im Euroraum noch leicht expansiv. Der konjunkturneutrale Leitzins liege bei 4 Prozent und damit rund einen halben Prozentpunkt höher als der derzeitige Leitzins der EZB.
Im Anschluss an die Zinserhöhung im März sollte der geldpolitische Kurs von der konjunkturellen und monetären Entwicklung abhängig gemacht werden. Eine größere Leitzinserhöhung könne sich als erforderlich herausstellen, wenn das monetäre Wachstum trotz der höheren Zinsen seine Dynamik beibehalte oder wenn es zu einer Abkehr von der moderaten Lohnpolitik komme. Sollte es hingegen im Zuge des Abbaus der globalen Ungleichgewichte zu einer kräftigen Aufwertung des Euro über die Marke von 1,40 US-Dollar kommen, könne die EZB auf eine weitere Straffung der Geldpolitik verzichten.
Aussichten für Konjunktur günstig
Der Aufschwung im Euroraum setze sich trotz kurzzeitiger Dämpfung durch die Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland fort. Die weiterhin robuste Weltwirtschaft, die sich bessernde Beschäftigungssituation und die günstigen Investitionsbedingungen im Euroraum würden im Verlauf des Jahres der Konjunktur wieder Schwung geben.
Nach einem preisbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal 2007 um 0,4 Prozent rechnet der BVR mit einer Beschleunigung des Wachstums im zweiten Quartal auf 0,6 Prozent. Im Durchschnitt des Jahres 2007 werde die Wirtschaftsleistung im Euroraum um 2,1 Prozent zunehmen und damit dem Potenzialwachstum also das maximale Tempo, in dem eine Volkswirtschaft spannungsfrei expandieren kann weitgehend entsprechen.
Für das vierte Quartal 2006 prognostiziert der BVR eine Wachstumsrate von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal; für das Gesamtjahr 2006 ergibt dies eine Wachstumsrate von 2,6 Prozent.
Inflationsgefahr durch kräftiges Geldmengenwachstum
Auf kurze Sicht erwartet der BVR nur einen begrenzten Inflationsdruck im Euroraum. In 2007 sei eine Teuerungsrate von rund 2 Prozent wahrscheinlich. Nachdem zu Jahresbeginn zunächst ein Überschreiten der 2 Prozent-Marke zu erwarten sei, werde es aufgrund von Basiseffekten im Frühjahr tendenziell zu einem Rückgang und im Spätsommer wieder zu einem Anstieg der Inflation kommen. Dabei sei allerdings unterstellt, dass der Rohölpreis nicht wieder zu seinem Höchststand von August 2006 zurückkehrt und die Lohnpolitik ihren moderaten Kurs beibehalte.
Mittelfristig bestehen aus Sicht des BVR höhere Inflationsrisiken. Obgleich die EZB seit Dezember 2005 die Geldpolitik merklich gestrafft habe, sei das Wachstum der Geldmenge und des Kreditvolumens ausgesprochen kräftig geblieben. Die hohe und weiter steigende Liquidität im Euroraum stelle mittelfristig ein signifikantes Inflationsrisiko dar. Bei einer Fortsetzung des Aufschwungs und einer weiter steigenden Kapazitätsauslastung in der Wirtschaft bestehe die Gefahr, dass die Liquidität zunehmend nachfragewirksam werde und sich auf das Preisniveau auswirke.
Quelle und Kontaktadresse:
BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V., Hauptgeschäftsstelle
Melanie Schmergal, Pressesprecherin
Schellingstr. 4, 10785 Berlin
Telefon: (030) 20210, Telefax: (030) 20211900
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