ZVEI fordert Aktionsplan zur Versorgungssicherheit / Vor einem Jahr legte Stromausfall den Nordosten der USA lahm
(Frankfurt am Main) Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist derzeit noch nicht in akuter Gefahr, beurteilt Joachim Schneider, Vorstand des ZVEI-Fachverbands Energietechnik, den Zustand der Energieversorgung in Deutschland. Ich betone aber: noch nicht. Anlässlich des Jahrestages des Stromausfalls in den USA forderte das ZVEI-Vorstandsmitglied einen gemeinsamen Aktionsplan von Politik, Energiewirtschaft und Zulieferindustrie, um die Versorgungssicherheit in Deutschland auch langfristig sicherzustellen. Schneider: Dieser Plan muss in den nächsten zehn Jahren konsequent umgesetzt werden, damit wir auch künftig einen Spitzenplatz in der Versorgungssicherheit mit nur 15 Minuten Ausfallzeit pro Jahr behalten. Für unser High-Tech-Land Deutschland ist das ein bedeutender Standortvorteil.
Am 14. August 2003 hatte ein Blackout den Nordosten der USA lahm gelegt, rund 60 Millionen Menschen blieben ohne Strom. Nach Informationen des ZVEI könnte sich in den USA ein solcher Zwischenfall täglich wiederholen. Zwar liegen in Deutschland Kraftwerke und Verbrauchszentren enger beieinander, so dass die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts geringer ist. Außerdem sind deutschlandweite Stromausfälle aufgrund der Netzstruktur und der Einbindung ins europäische Transportnetz eher unwahrscheinlich. Dennoch mahnt der ZVEI zu Investitionen. Wenn nicht umgehend Investitionsentscheidungen in Deutschland fallen, werden sich auch die Bürger und Unternehmen vor Ort daran gewöhnen müssen, dass Strom nicht immer verfügbar ist.
Gefahr für die Versorgungssicherheit sieht der ZVEI-Fachverband Energietechnik auch im rasanten Zuwachs der Windenergie. Die eingespeiste Windleistung in einigen Gebieten Deutschlands übertrifft bereits deutlich die schnellen Reserven der europäischen Stromnetzbetreiber. Fällt die Windenergie plötzlich aus, ist der Erzeugungsmangel nicht mehr zu bewältigen und damit ein Blackout nur schwer zu verhindern.
In Deutschland stehen in den nächsten Jahren mit 40 bis 50 Gigawatt Leistung der halbe Kraftwerkspark und wesentliche Teile der Netzinfrastruktur zur Erneuerung an. Die erneuerbaren Energien mit zweistelligen Zuwachsraten und der zunehmende grenzüberschreitende Stromhandel, der heute um 60 Prozent höher liegt als im Jahr 1990, erfordern zusätzliche neue Transporttrassen. Weil dies Zeit braucht, so Schneider, muss heute entschieden werden, wie morgen unser Strom erzeugt und transportiert werden soll. Derzeit vergehen von der Entscheidung bis zur Fertigstellung einer neuen Leitung bis zu zehn Jahren. Zu lange! mahnt Schneider eine drastische Verkürzung der Genehmigungsverfahren an, um Kraftwerks- und Leitungsbau zu synchronisieren.
Auch die EU-Erweiterung kann die Versorgungssituation in Deutschland nicht entscheidend verändern. Wie in Deutschland stehen in den übrigen EU-Staaten ebenfalls zahlreiche Kraftwerke zur Modernisierung und zum Neubau an. Handlungsbedarf besteht auch bei den Übertragungsleitungen, deren Kapazitäten an den Grenzen nicht ausreichen.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
Stresemannallee 19, 60596 Frankfurt
Telefon: 069/6302-0, Telefax: 069/6302-317
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